Wahlprognose zu Frankreich: Sarkoszys Konservative liegen vor Le Pens Rechtspopulisten

Einstellen Kommentar Drucken

Bei den vergangenen Regionalwahlen im Dezember 2015 war Le Pens Partei in der ersten Runde noch als Sieger hervorgegangen und auf 27,7 Prozent der Stimmen gekommen.

Delli muss und will vor allem die traditionellen Linkswähler motivieren, die nach Enttäuschungen entweder vorübergehend zu Emmanuel Macron oder dann doch eher zu Marine Le Pens rechtsextremen "Rassemblement national" (RN) abgewandert sind - oder aus Desinteresse überhaupt nicht mehr wählen.

Bei den französischen Regionalwahlen zeichnet sich eine enorm niedrige Wahlbeteiligung und damit ein mögliches Rekordtief ab.

Diesmal sieht die Partei Chancen, im Gebiet Provence-Alpes-Côte-d'Azur erstmals in einer Region die Mehrheit zu stellen. Die Stichwahlen finden am Sonntag in einer Woche statt. Bei den letzten Regionalwahlen 2015 hatte eine solche "republikanische Front" verhindert, dass das Rechtsaußen-Lager auch nur eine einzige Region gewinnen konnte. Damit lag sie hinter dem bürgerlich-konservativen Lager, das demnach auf 27,2 Prozent käme, nur auf Platz zwei.

Bei den Regional- und Départementswahlen in Frankreich hoffen die Rechtspopulisten von Marine Le Pen auf einen Sieg und Aufwind für die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr. Zusammen mit im Land teils besser verankerten liberalen Verbündeten kam die Partei auf etwa 11 Prozent und landete damit abgeschlagen auf Platz fünf.

Als letzte landesweite Entscheidung vor den Präsidentenwahlen im kommenden April und Mai gelten die Regional- und Départementswahlen auch als Stimmungstest.

Die Wahlbeteiligung dürfte mit geschätzt 31 bis 34 Prozent wohl ein historisches Tief erreicht haben. Bei den Regionalwahlen vor sechs Jahren hatten sich rund 50 Prozent der Wahlberechtigten enthalten. So gilt ein relativ starkes Abschneiden Le Pens bei den Präsidentenwahlen als wahrscheinlich. Weil die Regionen und die Zentralregierung aber sehr unterschiedliche Kompetenzen haben, ist ein schlechtes Abschneiden seiner Partei nicht unbedingt auf fehlenden Rückhalt für ihn zurückzuführen. Während Beobachter zuletzt ein Duell zwischen Macron und Le Pen im Präsidentschaftswahlkampf voraussagten, sah Brice Teinturier, Generaldirektor vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos, ihre Parteien nun als Verlierer der Regionalwahlen. Jacob griff gleichzeitig die Regierung wegen der Organisation der Wahlen an. Medienberichten zufolge blieben in Marseille am Morgen einige Wahllokale geschlossen.

Schon am Nachmittag hatte sich eine Rekord-Enthaltung abgezeichnet: Bis 17 Uhr gaben nur 26,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Es soll Probleme mit Wahlhelfern gegeben haben. Bei den Wahlen werden unter anderem die Regionalräte neu besetzt.

Die Regionen bestimmen Teile der Bildungs-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik. Denn nur wenn eine politische Kraft auf Anhieb die absolute Mehrheit gewinnt, entfällt die zweite Abstimmung in dem Gebiet. Bis dahin können Parteien neue Bündnisse schmieden, um mehr Stimmen auf sich zu vereinen.

Wegen der Corona-Pandemie findet der Urnengang rund drei Monate später statt als ursprünglich geplant; in den Wahllokalen gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln. Im Gegensatz zu den deutschen Bundesländern haben sie aber begrenzten Einfluss.

Comments