EM 2021 - Greenpeace-Aktion sorgt für heftige Kritik

Einstellen Kommentar Drucken

Der Aktivist hatte mit seinem Schirm die Kabel der über dem Spielfeld aufgehängten Kamera berührt, nach seiner Landung wurde er festgenommen und das Fluggerät sichergestellt.

Nach der missglückten Protestaktion vor dem EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch - und dem Luftverkehrsgesetz.

Was ist passiert? Kurz vor dem Anpfiff Dienstagabend in München - ein Motorschirm-Pilot fliegt zunächst über das Stadion und versucht, einen großen gelben Ball in die Arena sinken zu lassen. Die Aktion, die sich gegen Volkswagens Produktpolitik richten sollte, misslang, der Flieger geriet an der Stahlseilkonstruktion des Stadiondaches ins Trudeln und vermied nur knapp einen Absturz in die Zuschauerränge.

Dann wurde er sofort von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Eigentlich wollte die Umweltorganisation damit gegen Volkswagen, den Sponsor des Spiels, protestieren. Greenpeace müsse klären, wer die Urheber dieser Ideen seien und wie die Organisation dafür sorge, dass es zu keiner weiteren Gefährdung der Öffentlichkeit und der handelnden Personen komme. Die Umweltorganisation hat sich nach ihrer misslungenen Protest-Aktion entschuldigt.

Aus der Politik hagelte es derweil scharfe Kritik: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. "Die bayerische Polizei wird bei den kommenden drei EM-Spielen die Luftüberwachung verstärken, insbesondere zusammen mit der Hubschrauberstaffel", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. "Das ist kein Kavaliersdelikt". "Man hat aufgrund der Beschriftung 'Greenpeace' davon abgesehen, dass Scharfschützen hier eingegriffen haben", teilte der Politiker mit.

Unterdessen hat die Greenpeace-Aktion eine Diskussion um die Sicherheit während der Fußball-Europameisterschaft ausgelöst. "Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen", heißt es in dem Statement. Zwei Menschen wurden verletzt. Ein Münchner Polizeisprecher bestätigte dies nicht und sagte, darüber habe seine Behörde keine Informationen.

Nach der missglückten Greenpeace-Aktion beim EM-Auftakt der DFB-Elf werden nun neue Details bekannt. Der andere Verletzte, ein 36 Jahre alte Franzose, wurde ambulant im Krankenhaus behandelt. "Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar", sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich.

Volkswagen kritisierte, Greenpeace habe mit der Protestaktion "Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht und es wurden sogar Menschen verletzt". CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte zudem: "Greenpeace muss jetzt darlegen, ob im Umfeld der Fußball-EM weitere Aktionen geplant sind oder waren".

Comments