Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson müssen nach Panne vernichtet werden

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Berlin. Die Produktionsprobleme des US-Pharmaunternehmens im Werk in Baltimore schlagen auch auf Deutschland durch: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) rechnet laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Sonntag) damit, dass bis Ende Juni etwa 6,5 Millionen Corona-Impfstoffdosen weniger nach Deutschland geliefert werden als ursprünglich geplant.

Nun müssen Millionen Impfdosen des Impfstoff-Herstellers Johnson & Johnson vernichtet werden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den in einer umstrittenen Produktionsstätte in Baltimore hergestellten Coronavirus-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson zunächst nur teilweise freigegeben.

Allerdings nannten weder FDA noch J&J eine genaue Zahl. US-Medien berichteten, dass rund zehn Millionen Impfdosen freigegeben wurden und rund 60 Millionen entsorgt werden müssten. Kanada kündigte einen Ausliefer-Stopp für 300.000 betroffene Impfdosen und eine Inspektion des Werks an. Der Grund: Die Inhaltsstoffe des Präparats waren aus Versehen mit denen des Vakzins von AstraZeneca vertauscht worden. "Aufgrund der Bedenken, (.) wird Health Canada die erhaltenen Lieferungen nicht verteilen, um die Gesundheit und Sicherheit der Kanadier zu schützen", erklärte das Gesundheitsministerium in Ottawa am Freitag. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU genehmigt.

Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei dem Vakzin vonJohnson & Johnson nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

In einer früheren Version dieses Artikels wurde berichtet, dass das Vakzin zwar in der EU zugelassen ist, es aber noch nicht zum Einsatz kommt. Der J&J-Impfstoff war deswegen in den USA verstärkt eingesetzt worden und soll auch in der EU bei einer Beschleunigung der Impfkampagnen helfen. Besonders drei Personengruppen könnten davon betroffen sein.

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