Impfungen für alle ab 12 jetzt möglich: "Enttäuschung und Frust sind vorprogrammiert"

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In den Arztpraxen fällt die Priorisierung bundesweit am Montag weg, wie Bund und Länder vereinbart hatten.

Die Kassenärzte rechnen mit einem "Ansturm auf die Praxen", wie der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Samstag im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte. Im Entwurf dazu heißt es: "Ein Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 besteht für alle Personen, unabhängig von ihrem Alter, ihres Gesundheitszustandes sowie ihrer beruflichen Tätigkeit und eines damit zusammenhängenden signifikant erhöhten Risikos für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf".

Viele halten das Ende der Priorisierung auch deshalb für verfrüht, weil noch nicht überall alle Menschen mit hohen Risiken geimpft worden sind. Er rief Impfwillige zu Geduld auf.

Auch die deutschen Hausärzte dämpften die Erwartungen an das Ende der Impfpriorisierung. Dabei könne ihnen mangels Impfstoff zunächst oft nicht geholfen werden. Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. "Wir kommen nun in einige Wochen, in denen wir keine Priorisierung haben und keinen Impfstoff", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

In Hamburg bleibt sie im zentralen Impfzentrum weiterhin bestehen.

Im Saarland öffnen die Zentren am Montag für alle. "Nicht alle können gleichzeitig am Montag einen Termin bekommen", sagte er der "Bild am Sonntag".

Die Ärzte seien in den vergangenen Wochen einem hohen Druck seitens der Impfwilligen ausgesetzt gewesen.

Ab heute steigen mehr als 6000 Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfkampagne ein. Das solle auch sicherstellen, das Impftempo aufrecht zu erhalten. In Nordrhein-Westfalen endet die Priorisierung auch in den Impfzentren. Impfstoff ist aber so knapp, dass dort laut Gesundheitsministerium mindestens bis Mitte Juni nur Zweitimpfungen möglich sind.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard hat die Bürger angesichts der aufgehobenen Impfpriorisierung um Geduld gebeten und den Kurs der Bundesregierung kritisiert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2.294 Corona-Neuinfektionen.

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