AfD in Sachsen-Anhalt: - Platz eins bleibt ein Wunsch

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Die rechtspopulistische AfD behauptete sich mit 22,5 bis 23,5 Prozent als zweitstärkste Kraft. In Umfragen hatte sie sich diesmal zeitweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU geliefert. Die SPD käme auf 8,4 Prozent und acht Sitze im Parlament. "Die Grünen in Sachsen-Anhalt waren im Vorwege bei bis zu 12 Prozent gehandelt worden, das schwächere Abschneiden bei der Wahl deutet darauf hin, dass der Baerbock-Zug allmählich zum Stehen kommt und dass für die Partei die Bäume nicht in den Himmel wachsen". Vor fünf Jahren hatten bis 14.00 Uhr 35,4 Prozent gewählt, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Eine sogenannte Deutschland-Koalition, bestehend aus Union, SPD und FDP wäre auch im Bund möglich. Ein oftmals spannungsgeladenes Bündnis aus CDU, SPD und Grünen, wie der erbitterte Streit um die Anhebung der Rundfunkgebühren im Herbst zeigte. Allerdings unterschlug Sack in dem Zusammenhang die Tatsache, dass es gerade Bernhard Haseloff im April der erste Ministerpräsident gewesen war, der sich für Markus Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen hatte. Ihre Wählerschaft war überwiegend männlich - bei Männern lag der Stimmanteil der Partei bei 27 Prozent, bei Frauen betrug er 16 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 1,9 Millionen Menschen. Wegen der Coronavirus-Pandemie gab es wohl sehr viele Briefwähler, wodurch sich die Ergebnisse noch verschieben könnten.

Ausschlaggebend bei dem Ergebnis war offensichtlich ein Bonus für den Amtsinhaber.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat nach dem Sieg seiner Partei bei der Landtagswahl eine vorschnelle Festlegung auf seine favorisierten Koalitionspartner vermieden. "Die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt haben die politische Mitte gestärkt", sagte er.

Das Ergebnis sei "sensationell gut" und der größte CDU-Zugewinn bei einer Landtagswahl seit dem Wahlsieg Laschets in Nordrhein-Westfalen 2017, sagte Ziemiak.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans führte das schlechte Ergebnis der Sozialdemokraten auf eine starke Polarisierung zurück. Damit setzt sich der Niedergang der SPD in den ostdeutschen Ländern fort.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich enttäuscht über die Niederlage seiner Partei. Laut Daten der Forschungsgruppe Wahlen machten 20 Prozent von ihnen hier ihr Kreuz - noch mehr als bei den Grünen oder der FDP (jeweils 13 Prozent). Die Ausgangslage bei der Bundestagswahl sei eine komplett andere. "Am 26. September ist alles drin". Die Grünen seien in Sachsen-Anhalt ein verlässlicher Partner gewesen. Viele Menschen hätten aber verhindern wollen, dass Rechtsextreme eine Regierung mitbestimmten, und deshalb die CDU unterstützt. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte in der ARD: "Wir sind zu Gesprächen bereit". Nun müsse Ministerpräsident Haseloff entscheiden, ob er eine Koalition fortsetze, die "pro Klimaschutz" ist oder ob sich eine Option öffne, die "nicht so viel für den Klimaschutz tut". Die Pandemie sei für die Linken, die sehr von Gesprächen vor Ort abhängig seien, hart.

Die AfD, die in Sachsen-Anhalt als besonders rechts gilt und inzwischen im Visier des Verfassungsschutzes (Inlandsgeheimdienst) ist, hatte 2016 aus dem Stand 24,3 Prozent der Wählerstimmen erzielt.

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