Antisemitismus: Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag auf Ulmer Synagoge

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Sofort verständigte der Zeuge dann die Polizei und Minuten später hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht.

Ein Zeuge hatte am Samstagmorgen einen Mann beobachtet, der aus einer Flasche eine Flüssigkeit an der Fassade der Synagoge ausleerte und anzündete, wie die Polizei mitteilte. Der Anschlag zeige das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem man klar und deutlich entgegentrete, teilte der Grünen-Politiker am Samstag in Stuttgart mit.

Zu den Ermittlungen wegen versuchter Brandstiftung wurde der Staatsschutz hinzugezogen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte laut einem Sprecher, Brandsätze gegen Synagogen zu werfen, sei widerwärtig. "Wir sind dankbar und froh, dass jüdisches Leben bei uns stattfindet und wollen, dass dieses jüdische Leben bei uns möglichst sorgenfrei und unbeschwert sein kann". Deshalb schütze man jüdisches Leben und bekämpfe Antisemitismus entschieden, sagte der Innenminister. "Jüdisches Leben gehört zu uns, wie in Ulm die Donau und das Münster", so Hagel. Die Gefährdung der jüdischen Einrichtungen im Land werde zudem geprüft. Jeder Angriff gegen Jüdinnen und Juden oder ihre Versammlungsorte sei ein Angriff gegen das Wertesystem und die Grundwerte der Demokratie. Die Fassade der Synagoge sowie eine Glasscheibe wurden demnach beschädigt. Sofort leitete sie eine Fahndung ein mit Unterstützung von Beamten und Beamtinnen aus Bayern. Nach Beschreibung des Zeugen ist der Unbekannte etwa 1,80 Meter groß. Er trug einen dunklen Kapuzenpullover und eine weiße Schutzmaske. Außerdem eine blaue Jeans und weiße Turnschuhe mit schwarzen Streifen. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

Ermittler sichern Spuren nach dem Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge.

Ulm - Auf die Synagoge in Ulm ist nach Angaben der Polizei ein Brandanschlag verübt worden.

Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) sah die Tat im Zusammenhang mit dem aktuellen Nahostkonflikt. "Die Ermittlungen des Polizeipräsidiums Ulm laufen mit Hochdruck, das Landeskriminalamt ermittelt". Die Deutsch-Israelische Gemeinschaft Ulm/Neu-Ulm zeigt sich besorgt. Dabei wurden laut lokalen Medienberichten auch antiisraelische Plakate vor der Synagoge aufgestellt. Als mutmaßliche Verantwortliche für das Aufstellen der Plakate war eine 32-jährige Frau ermittelt worden.

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