Medien: Dänischer Geheimdienst half dabei Angela Merkel zu bespitzeln

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Nach gemeinsamen Recherchen des Dänischen Rundfunks (DR) mit dem NDR, dem WDR, der "Süddeutschen Zeitung"(SZ) und weiteren Medien hat Dänemarks Geheimdienst offenbar der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) beim Ausspionieren europäischer Politiker geholfen. Ganz oben auf der Liste: Bundeskanzlerin Angela Merkel, der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der damalige Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück.

Laut den Recherchen soll der dänische Auslands- und Militärgeheimdienst FE der NSA die Nutzung einer geheimen Abhörstation in der Nähe von Kopenhagen ermöglicht haben. Die Abhöraktion habe sich gegen führende Politikerinnen und Politiker aus Deutschland, Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Frankreich gerichtet. Die dänische Verteidigungsministerin Trine Bramsen, die seit Juni 2019 im Amt ist, wurde laut DR im August 2020 darüber informiert. Die habe wohl spätestens seit 2015 von der Überwachung europäischer Nachbarländer gewusst.

Gegenüber der Tagesschau sagte Steinbrück, er halte die Enthüllungen für einen "politischen Skandal". Zwar glaube er, dass auch westliche Staaten funktionsfähige und tüchtige Nachrichtendienste benötigten. Ein Regierungssprecher sagte im Interview mit den beteiligten Medien: "Der Gegenstand Ihrer Recherche ist der Bundeskanzlerin durch Ihre Anfrage bekannt geworden."Darüber hinaus wolle man sich nicht äußern". Das führte zu Friktionen im Verhältnis zwischen Wien und Washington. Zwei Jahre zuvor hatten die USA zugeben müssen, dass im "Krieg gegen den Terror" nach den Al-Kaida-Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 auch Daten österreichischer Internetnutzer abgesaugt wurden.

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