USA planen Sanktionen gegen Belarus wegen Flugzeug-Umleitung

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Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko setzte unterdessen seinen Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin fort.

Psaki bezeichnete die erzwungene Umleitung des Ryanair-Flugzeugs nach Minsk am vergangenen Sonntag und die Festnahme Protassewitschs als "direkten Angriff auf internationale Standards".

Während die USA neue Sanktionen gegen Belarus verhängen, gewährt Russland dem Land einen neuen Kredit. Dies soll nun in den kommenden Wochen umgesetzt werden.

Als Reaktion auf den Vorfall hatten die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am Montag zusätzlich zu bestehenden Sanktionen weitere gegen Belarus vereinbart. Das US-Außenministerium sprach zudem eine Reisewarnung für die ehemalige Sowjetrepublik aus. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA mahnte Fluggesellschaften, bei Flügen über Weißrussland "extreme Vorsicht" walten zu lassen. Zudem stellte die EU-Kommission Belarus ein drei Milliarden Euro starkes Unterstützungspaket in Aussicht. Außerdem arbeite man weiter an Wirtschaftssanktionen.

Die Behörden der autoritär regierten Republik hatten vergangenen Sonntag ein Flugzeug der Airline Ryanair auf dem Weg von Griechenland nach Litauen mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in Minsk gebracht - angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach der Landung in Minsk wurden der Regierungskritiker Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega festgenommen. Gleichzeitig betonte er, dass die 23-Jährige zwar russische Staatsbürgerin sei, aber eine Aufenthaltsgenehmigung in Belarus habe.

Lukaschenko war unter dem Druck der neuesten Sanktionen zu Putin nach Sotschi am Schwarzen Meer geflogen. Laut Kreml ging es in den Gesprächen vor allem um Fragen des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder. Thema war auch die von Moskau angestrebte Union zwischen Russland und Weißrussland. Weltweit versammelten sich Menschen zu Kundgebungen, unter anderem auch in Berlin.

Die Eltern von Roman Protassewitsch haben bei einer Demonstration in Warschau die EU und die USA zur Hilfe aufgerufen.

"Präsident Putin muss all seinen Einfluss auf den belarussischen Diktator nutzen, um die sofortige Freilassung von Roman Protassewitsch und seiner Partnerin Sofija Sapega zu erreichen". Lukaschenko warf dem Westen vor, sein Land destabilisieren zu wollen.

An der Solidaritätskundgebung für die belarusische Opposition in der polnischen Hauptstadt nahmen Hunderte Menschen teil. Die Menge rief "Lang lebe Belarus!" und hielt Fahnen mit den rot-weißen Farben der weißrussischen Opposition hoch.

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