Papst Franziskus schickt Prüfer ins Erzbistum Köln

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In einem ungewöhnlichen Schritt ordnet Papst Franziskus eine Apostolische Visitation, also eine offizielle Überprüfung, für das Erzbistum Köln an. "Bereits im Februar habe ich den Heiligen Vater in Rom umfassend über die Situation in unserem Erzbistum informiert", erklärte er am Freitag.

Mit der Überprüfung hat der Papst zwei Bischöfe beauftragt und sie zu Apostolischen Visitatoren ernannt: Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, und Johannes van den Hende, Bischof von Rotterdam und Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz. Gleichzeitig werde man eventuelle Fehler von Kardinal Woelki, dem Hamburger Erzbischof Stefan Heße sowie den Weihbischöfen Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs untersuchen. Die Krise war ausgelöst worden, weil Woelki ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester lange Zeit zurückgehalten hatte. Er werde die beiden Visitatoren "mit voller Überzeugung in ihrer Arbeit unterstützen", so Woelki. Alles, was der konsequenten Aufarbeitung dient, begrüße er.

Das Erzbistum Köln befindet sich seit vielen Monaten in einer tiefen Vertrauenskrise, die sich in einer Welle von Kirchenaustritten spiegelt. Dafür führte er rechtliche Bedenken an.

Vatikan. Der Vatikan will die Vorfälle im Kölner Erzbistums unter Kardinal Rainer Maria Woelki prüfen. Der Hambuger Erzbischof Heße, ehemaliger Personalchef im Kölner Erzbistum, hatte dem Papst seinen Rücktritt angeboten, nachdem ein Gutachten ihn belastet hatte. Zuletzt hatten 14 der 15 Kreis- und Stadtdechanten von Woelki "persönliche Konsequenzen" gefordert. Sosehr man sich auch um einen Dialog bemühe: "Immer wieder erfahren wir, dass wir mit unseren Anliegen und Vorschlägen bei den Verantwortlichen des Bistums gegen eine Mauer prallen".

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