Mehrere Tote bei Seilbahnunglück in Norditalien

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In der abgestürzten Gondel, die für den Transport von maximal 40 Personen zugelassen ist, befanden sich beim Absturz 15 Personen: Im Rahmen der noch bestehenden Covid-Schutzmaßnahmen ist ihre Kapazität weiterhin um über die Hälfte reduziert geblieben. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des Verkehrsministeriums gegen 12.30 Uhr rund hundert Meter vor der Bergstation der Seilbahn. Als Ursache vermutete es einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke. Laut italienischen Medienberichten war ein Drahtseil der Anlage an einem der höchsten Punkte, rund 100 Meter vor dem letzten Pylon, gerissen.

Grund für den Absturz könnte ein Seilriss sein. Dass die Kabine überlastet war, scheint ausgeschlossen, da sie bis zu 35 Passagiere aufnehmen kann. Minister Enrico Giovannini kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an.

Ein Foto der Feuerwehr zeigte die abgestürzte Kabine in einem Waldstück. Das steile Gelände erschwere die Bergungsarbeiten, erklärte Milan.

Weil anschließend die Bremsen nicht funktionierten, die in einem solchen Fall automatisch in das Tragseil greifen und die Kabine blockieren, raste die Gondel in der Folge mit rasch steigender Geschwindigkeit talwärts, sprang beim Passieren eines Pfeilers, der wie eine Schanze wirkte, aus dem Tragseil und stürzte anschließend etwa 20 Meter in die Tiefe.

Augenzeugen, die zum Zeitpunkt des Unglücks in der Gegend gewandert waren, wollen eine Art lautes Pfeifen oder Zischen gehört haben, zitiert ein TV-Sender die Bürgermeisterin Marcella Severino.

Ihr fünfjähriger Urenkel Eitan ist der einzige Überlebende des Unglücks; er liegt nun als schwer verletztes Waisenkind in einer Turiner Kinderklinik. Ein weiterer Bub im Alter von fünf Jahren, der ebenfalls schwer verwundet im Krankenhaus von Turin liegt, kämpfe um sein Leben, berichteten die Ärzte. Er wurde mit schweren Frakturen ins Spital eingeliefert. Zu den Toten zählt auch ein zweijähriger Bub, teilten die Rettungseinheiten mit.

Eine Kabine der Seilbahn war demnach auf der Strecke Stresa-Mottarone kurz vor der Ankunft auf dem Berg Mottarone abgestürzt.

Italien und insbesondere das Piemont, zu dem Stresa gehört, standen nach dem Unfall unter Schock.

Die Seilbahn wurde laut "La Stampa" zwischen 2014 und 2016 komplett überholt. Die Arbeiten kosteten vier Millionen Euro, berichtete das Blatt. Die Wartung umfasste eine Reihe von Eingriffen, darunter den Austausch der Motoren, der elektrischen Schalttafeln, der elektronischen Geräte und der Transformatoren.

"In dieser Zeit der Trauer schließe ich mich den Angehörigen und Freunden der Opfer des tragischen Seilbahnunglücks an".

Das schwere Unglück sorgte landesweit für Entsetzen. Das hatte die Regierung kürzlich beschlossen.

Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Unglücksgebiet. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Er sprach von einem "Sonntag der Wiedereröffnungen, der voller Hoffnungen sein sollte". "Ich spreche den Familien und Freunden der Opfer mein aufrichtiges Beileid aus und wünsche den Verletzten eine baldige Genesung", so Kurz per Twitter.

Nach dem Absturz einer Seilbahn mit 14 Toten in Norditalien geht die Suche nach der Unglücksursache weiter.

In Norditalien sind bei einem Seilbahnunglück mehrere Menschen ums Leben gekommen.

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