Mehrere Tote bei Seilbahn-Unglück in Italien

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Agenturberichten zufolge sollen die beiden Kinder in kritischem Zustand in eine Turiner Klinik geflogen worden sein.

Wenige Minuten später waren sie und ihr Mann Angelo tot: abgestürzt mit der Gondel, die vom mondänen Ferienort Stresa am Lago Maggiore auf den rund 1400 Meter hohen Monte Mottarone führt. In der Kabine saßen 15 Personen. Er habe schwere Frakturen an den Beinen erlitten und sei operiert und stabilisiert worden, berichtete die Agentur Adnkronos. Unten lag der tiefblaue Lago Maggiore, das Grün der Nadelbäume säumte den letzten Abschnitt, den die Seilbahn auf den Monte Mottarone zurück legen sollte. Die Hintergründe des Unglücks waren zunächst unklar. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, teilte die Behörde in Jerusalem mit.

Die Ermittlungen rund um das Seilbahnunglück am Lago Maggiore am Sonntag mit 14 Todesopfern laufen auf Hochtouren.

Nahe dem Ort Stresa westlich des Lago Maggiore war am Sonntag die Gondel einer Seilbahn in die Tiefe gestürzt. Getötet wurden bei dem Unglück demnach ein Ehepaar und ihr zweijähriger Sohn, die in Italien lebten und arbeiteten. Laut der Südtiroler Firma Leitner, die für die Wartungen der Seilbahn zuständig ist, sind die Kabinen für 35 Leute ausgelegt.

Augenzeugen, die zum Zeitpunkt des Unglücks in der Gegend gewandert waren, wollen eine Art lautes Pfeifen oder Zischen gehört haben, zitiert ein TV-Sender die Bürgermeisterin Marcella Severino.

Ein Foto der Feuerwehr zeigt die abgestürzte Kabine in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Er spreche den Familien der Opfer sein Beileid aus. Laut Bergrettung waren mehrere Hubschrauber im Einsatz. Staatspräsident Sergio Mattarella sprach von einem "tiefen Schmerz", den das Unglück ausgelöst habe. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach den Familien der Opfer "Europas tiefes Mitgefühl" aus. Viele Politiker, auch der EU aus Brüssel, drückten ihre Nähe aus. Italien sei ein Land der Sicherheit, sagte er. Das Panorama soll zu einem der schönsten gehören. Die Öffnung war Teil der schrittweisen Lockerungen der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi.

Auf den zahlreichen Wanderwegen in den Bergen tummelten sich unzählige Touristen, die Cafés an den Uferpromenaden der Städtchen entlang des Lago Maggiore waren voll - überall genossen die Menschen am Pfingstwochenende die Rückkehr in eine Art von Normalität. Darauf sei zu sehen, wie sich die Gondel am Sonntag kurz vor der Bergstation am Monte Mottarone befunden habe, als plötzlich ein Seil riss und die Kabine aus einer Höhe von 54 Meter abstürzte. Die Seilbahn wurde laut "La Stampa" zwischen 2014 und 2016 komplett überholt.

Roberta P. hatte ihrer Schwester noch eine Nachricht aus der Seilbahn geschickt: "Wir fahren jetzt in der Seilbahn hinauf, es ist ein Paradies hier", tippte die 40-jährige Ärztin aus Süditalien auf WhatsApp.

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