Hoher Impfschutz gegen indische Virus-Variante - TGR Tagesschau

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Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca erweisen sich einer britischen Studie zufolge wirksam gegen die indische Corona-Variante. Aus der am Samstag veröffentlichten Untersuchung von Public Health England (PHE) geht hervor, dass das mRNA-Vakzin von Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent gegen symptomatische Erkrankungen durch die indische Variante wirksam ist, während der Impfstoff von AstraZeneca eine Wirksamkeit von 60 Prozent aufweist. Die beiden Präparate schützen nach zweifacher Impfung beinahe so effektiv gegen eine durch diese Variante ausgelöste Corona-Erkrankung wie gegen eine, die durch die britische Variante B.1.1.7 hervorgerufen wird. 12 675 Virus-Proben wurden verwendet, von denen 1054 Fälle zur indischen Variante gehörten. Die Studie erfolgte zwischen dem 4. April und dem 16. Mai und deckte alle Altersgruppen ab. Das britische wissenschaftliche Beratergremium Sage schrieb kürzlich, es sei "realistisch", dass die indische Variante bis zu 50 Prozent ansteckender sein könnte als die bereits als sehr ansteckend geltende Variante B.1.1.7. Davon wurden 104 Menschen im Krankenhaus behandelt, sechs Menschen starben.

Die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in Dutzende Länder und auf allen Kontinenten ausgebreitet. In Großbritannien sind (Stand 19. Mai) mehr als 3.400 Fälle der Variante bestätigt worden. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Studien-Ergebnisse als "bahnbrechend". Die WHO hat B.1.617 als "besorgniserregend "eingestuft, da die Variante ansteckender und möglicherweise auch unempfindlicher gegen Antikörper sein könnte".

Aufgrund der auch in Großbritannien starken Ausbreitung der indischen Variante gelten seit Mitternacht in Deutschland starke Einschränkungen bei Einreisen aus dem Vereinigten Königreich, das nun als Virusvariantengebiet gilt. Um deren Verbreitung zu stoppen, wurde der Abstand zwischen zwei Impfdosen für die über 50-Jährigen und besonders gefährdete Menschen von maximal drei Monaten auf acht Wochen verkürzt.

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