Merkel für kurzen und einheitlichen Lockdown in Deutschland

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Nur wenige Tage später ist statt vorsichtigen ersten Lockerungen vor allem das Gegenteil wieder Thema: Ein bundesweit harter Lockdown.

Angesichts der aktuellen Pandemie-Lage, spricht sich die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel für einen klaren Lockdown aus - und unterstützt indirekt die Idee eines "Brücken-Lockdowns" von CDU-Chef Armin Laschet. "Auch ein gemeinsames bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier wichtig", erklärte sie weiter. Das Regelwerk dafür sei beschlossen und es müsste nur umgesetzt werden. Laschet hatte beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen vorgeschlagen, das für den 12. April geplante Bund-Länder-Treffen vorzuziehen und einen kurzen, aber harten Lockdown zu beschließen.

Die nächsten Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs sind für Montag geplant. Während bei der SPD schon längst Olaf Scholz als Kanzlerkandidat Wahlkampf macht, plagen Union und Grüne jeweils dieselbe Frage: Wer geht ins Rennen im Wettlauf um die Kanzlerschaft? Söder betonte zwar regelmäßig, sein Platz sei in Bayern - aber auch ihm werden Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt. Ministerpräsident Markus Söder sagte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF: "Ich könnte mir einen kurzen konsequenten Lockdown gut vorstellen".

"Ich habe diese These eigentlich, wenn ich das so sagen darf, immer vertreten, die Kanzlerin auch".

"Jeder, der mitmacht - finde ich super, weil es verstärkt die Basis jener, die für Umsicht und Vorsicht eintreten".

Mag die Inzidenz also auch rückläufig sein und die Todeszahlen im niedrigen Bereich stabil, Merkel ist weiterhin für ein erneutes deutliches Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland. Mit einem "Brücken-Lockdown" könnten die Corona-Infektionen auf ein niedrigeres Niveau gedrückt werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien. Allerdings gebe es bei den SPD-Ländern, aber auch einigen CDU-geführten Ländern dafür keine Bereitschaft.

Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, spricht.

"Die sozialen Folgen sind immens".

Zudem müssten regionale Unterschiede berücksichtigt werden.

Laschet hatte sich am Ostermontag zur Eindämmung der Corona-Pandemie für einen schnellstmöglichen "Brücken-Lockdown" ausgesprochen, bis "das Impfen in großer Breite wirkt". Derzeit gälten in den Regionen so viele unterschiedliche Regeln, "dass die Menschen davon verwirrt und müde werden". Er nannte es in der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe) "besorgniserregend, dass Laschets Nachdenken über Ostern offensichtlich nur dazu geführt hat, einen neuen Namen für einen Lockdown zu erfinden, statt endlich schnell und konsequent durchzugreifen".

Vergangene Woche noch präsentierte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) trotz steigender Infektionszahlen drei hessische Kommunen, die in einem Modellprojekt Restaurants, Geschäfte und Kinos wieder öffnen dürfen.

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