Lockdown-Ideen des CDU-Chefs - Laschet blitzt mit seinem Brücken-Plan ab

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Er habe ja bereits erste Vorschläge für ein Wahlprogramm vorgelegt, sagte der Bundesparteichef.

Bei einem Anstieg der Infektionszahlen müsse auch über schärfere Maßnahmen beraten werden, so Holetschek. Die Runde zwischen der Kanzlerin und den Länderchefs müsse besser vorbereitet werden als beim letzten Mal. Nach viel Kritik an seinen Äußerungen verteidigte Laschet diese am Dienstag. Hier seien die beschlossenen Ausgangsbeschränkungen bei hoher Inzidenzzahl nicht ausreichend umgesetzt worden. "Für diesen Zeitpunkt, sagen uns die Experten, sollten wir noch einmal eine Anstrengung unternehmen und das öffentliche Leben reduzieren".

Armin Laschet hatte vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Corona-Welle einen "Brücken-Lockdown" zu beschließen. Dieser solle gelten, bis ein größerer Prozentsatz der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft sei. Der Lockdown solle "zwei bis drei Wochen" dauern. Berlins Regierender Bürgermeister Müller betonte im ARD-Fernsehen, es sei noch sehr unklar, was Laschet mit dem von ihm geforderten "Brücken-Lockdown" meine. "Und insofern, glaube ich, macht es auch keinen Sinn, jetzt vorfristig zu einer Ministerpräsidentenkonferenz zusammenzukommen".

Hessens Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Volker Bouffier hält Laschets Vorschläge für "vernünftig": "Wir befinden aktuell in einer unsicheren Lage, zumal wir bundesweit Meldungen bekommen, dass die Intensivstationen immer weniger Kapazitäten haben."In einer solchen Situation sei "Vorsicht geboten".

In Kitas und Schulen solle man sich laut Armin Laschet "auf das Notwendige konzentrieren". Den für den 12. April geplanten Corona-Gipfel von Merkel und den Ministerpräsidenten will er deshalb auf die kommenden Tage vorziehen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teilte in München mit, es müsse mehr Klarheit herrschen, "was genau Nordrhein-Westfalen plant". Es sei aber wichtig, dass neue Schritte von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert würden.

Im Kreis seiner Länderkollegen löste Laschets Vorstoß Erstaunen aus. Er warnte, die Diskussion über die Kanzlerkandidatur in CDU und CSU dürfe die Pandemiebekämpfung nicht beeinträchtigen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil lehnt sowohl einen "Brücken-Lockdown" als auch ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz ab.

Zustimmung kam auch vom Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus. Gemeint hat er damit einen bundesweiten, harten und kurzen Lockdown. Im rbb-Inforadio sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy: "Unsere Gesundheitsämter sagen, die Kontaktdauer, die es braucht, um sich anzustecken, ist viel geringer bei der Virusmutation".

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