AstraZeneca: EMA-Vertreter sieht Zusammenhang mit Thrombosen - TGR Tagesschau

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Noch vor einer Woche hatte sich EMA-Chefin Emer Cooke gegen Einschränkungen bei der Anwendung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca, wie Deutschland sind handhabt, ausgesprochen: "Nach dem jetzigen wissenschaftlichen Stand gibt es keine Belege, die dafür sprechen, die Verwendung dieses Impfstoffs in irgendeiner Bevölkerungsgruppe zu beschränken", sagte Cooke.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erklärt, dass es zwischen der Impfung mit dem Stoff und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei einigen Erkrankten eine Verbindung gebe.

Cavaleri legte in dem am Dienstag in dem italienischen Blatt veröffentlichten Interview nahe, dass die EMA den Zusammenhang noch am Dienstag offiziell feststellen wird. Wie das Astrazeneca-Vakzin in wenigen Fällen Blutgerinnsel bei Geimpften auslöst, ist nach seinen Angaben jedoch noch nicht klar.

"Wir versuchen, ein genaues Bild davon zu erhalten, was passiert", sagte Cavaleri dem "Messagero". Bei jüngeren Menschen, die den Astrazeneca-Impfstoff erhalten hatten, gebe es eine Fallzahl an Hirnthrombosen, die höher sei, "als wir erwarten würden", führte Cavaleri aus.

Ob die Ema diese Empfehlung nun ändert, ist unklar.

Der medizinische Mikrobiologe Paul Hunter von der University of East Anglia sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Beweise gingen "eher in die Richtung, dass das Oxford-Astrazeneca-Vakzin durchaus die Ursache ist". In Österreich hatte das Nationale Impfgremium vergangene Woche die Weiterführung des Impfprogramms mit Astrazeneca empfohlen.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegen Thrombose-Fällen, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen - für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich. "Beim Todesfall in zeitlicher Nähe zu einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca - jener 49-jährigen Patientin, die in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben ist - ist die Abklärung, ob es einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung gibt, noch im Gange". Auch in Großbritannien läuft inzwischen eine Untersuchung.

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