Tausende protestieren gegen Corona-Regeln

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Unterstützt wird die Stuttgarter Polizei von der Bereitschaftspolizei, der Einsatzhundertschaft und der Kriminalpolizei sowie von Kommunikationsteams und Polizeireitern. Damit sich nicht noch mehr Menschen auf dem Gelände drängten, seien die Beamten nicht eingeschritten. Eine Twitter-Nutzerin fragte beispielsweise, wie sie ihren Schülern erklären solle, "dass sie bei Treffen mit drei Freunden Bußgelder im dreistelligen Bereich zahlen müssen, Corona-Leugner sich aber von der Polizei geschützt zu 100en ohne Maske und Abstand durch die Stadt bewegen dürfen?"

Daran, dass die Polizei nicht einschritt, gab es Kritik. Die Beamten wiesen die Menschen immer wieder darauf hin, Masken aufzusetzen und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten.

Nach Angaben der Stuttgarter Polizei wurden am Mittag vor dem Stuttgarter Rathaus 20 Menschen, die mutmaßlich dem Rockermilieu angehören, kontrolliert.

In Stuttgart haben mehrere tausend Menschen gegen die Corona-Auflagen demonstriert, indem sie diese nicht einhielten. Dabei sei eine Polizeibeamtin leicht verletzt worden.

Wenig später sei ein pyrotechnischer Gegenstand in einen Aufzug geworfen worden, verletzt worden sei dabei niemand, teilte die Polizei mit.

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium wirft der Stadt Stuttgart vor, die massenhafte Missachtung der Corona-Regeln bei den heutigen Demonstrationen nicht verhindert zu haben. Ein Tatverdächtiger sei kontrolliert worden. "Die Ermittlungen hierzu dauern an", hieß es in einer Pressemitteilung.

Ein anders Video zeigt, wie Demo-Teilnehmer das ARD-Fernsehteam beleidigen. Gegen den Leiter der Versammlung, die am Vormittag am Marienplatz begonnen hatte, werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Vor zwei Wochen Kassel, jetzt Stuttgart: Wieder demonstrieren viel mehr Menschen als von den Behörden erwartet gegen die Corona-Politik - und wieder hält sich kaum jemand an die Hygieneregeln. "Sie standen teilweise vermummt mit Fahrrädern oder saßen auf der Bundesstraße 14 und sind auch jetzt noch vor Ort", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Die Polizei löste die Menge auf.

Im Vorfeld waren die Behörden von 2500 Teilnehmern in Stuttgart-Bad Cannstatt ausgegangen.

Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet die "Querdenken"-Bewegung".

Die Initiative "Querdenken" hat bundesweit zur Teilnahme an einer Großdemonstration am Samstag vor Ostern in Stuttgart aufgerufen.

Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall erklärte, wieder einmal hätten die selbsternannten Querdenker keine Hemmungen, Berichterstatter als Ziel ihrer Wut anzugreifen.

Polizeihubschrauber waren zur Dokumentation des Geschehens über dem Stadtgebiet im Einsatz.

Ersten Berichten über viele Teilnehmer ohne Maske und Abstand werde nachgegangen, sagte Keilbach. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer Volksfeststimmung bei den Teilnehmern. "Ich verstehe nicht, dass die Stadt sich sehenden Auges in diese Situation manövriert hat", sagte Ministerialdirektor Uwe Lahl am Samstag.

Die Stadt habe sich dann gegen ein Verbot entschieden. Zuletzt hatte am 20. März eine Demonstration in Kassel mit mehr als 20.000 Menschen für Schlagzeilen gesorgt - erlaubt waren nur 6.000. Ministerialdirektor Lahl erklärte, aus infektiologischer Sicht sei es falsch gewesen, die Versammlungen nicht zu verbieten. Es stelle sich die Frage, wie man der Bevölkerung Kontaktbeschränkungen erklären solle, während Tausende Demonstranten ohne Maske und ohne Mindestabstand durch die Stadt zögen. "Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut, aber in einer Pandemie gibt es auch dafür Grenzen".

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