Janine Wissler neue Co-Chefin der Linken in Deutschland

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Mit jeweils mehr als zwei Dritteln der Delegiertenstimmen sind heute Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow zum neuen Führungsduo der Partei Die Linke gewählt worden. Es gab 64 Gegenstimmen und 20 Enthaltungen.

Wenig später machte die thüringische Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow die Doppelspitze komplett: Sie erhielt 378 von 536 abgegebenen Stimmen, allerdings traten in diesem Wahlgang auch Gegenkandidaten an. Andere aussichtsreiche Bewerber gab es nicht. Die Wahl der neuen Spitze muss anschließend noch per Briefwahl bestätigt werden.

Wissler thematisierte in ihrer Bewerbungsrede die gesellschaftliche Spaltung, die sich durch die Corona-Krise vertieft habe. Eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft sei nötig: "Es geht nicht nur um ein größeres Stück vom Kuchen". Von dem Parteitag solle ein Aufbruchssignal ausgehen. Dabei stehe nicht allein die Frage der Hennig-Wellsow-Nachfolge im Mittelpunkt, teilte ein Parteisprecher am Samstag mit. Sie hatten die Linke seit 2012 geführt und wollten eigentlich bereits im vergangenen Juni ihre Amtszeit beenden.

Die hessischen Grünen reagierten umgehend auf Wisslers Wahl, gratulierten und charakterisierten die 39-Jährige als Politikerin "mit scharf-linker Überzeugung und augenzwinkerndem Charme". "Mit diesen Zuständen werden wir uns niemals abfinden", versprach die 39jährige. Dieser trat angesichts des bundesweiten Aufschreis Tage später zurück; darauffhin wurde Hennig-Wellsows Parteikollege Bodo Ramelow erneut zum einzigen Ministerpräsidenten der Linkspartei gewählt. Sie habe sich im Landtag einen beachtlichen Ruf erarbeitet. "Wie groß die Aufgabe sein kann, eine Partei, die sich uneins ist, wieder zusammenzuführen, wissen wir Sozialdemokraten nur zu gut", sagte Faeser. Von "keiner leichten Aufgabe" sprachen auch Wisslers hessische Parteikollegen Petra Heimer und Jan Schalauske.

Die Linke ist beispielsweise gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und für eine Abschaffung von Geheimdiensten.

Die Thüringer CDU hat das neue Führungsduo der Linke als "toxische Mischung" bezeichnet. Für ein Bündnis der Linken mit SPD und Grünen würde es nach aktuellen Umfragen allerdings ohnehin nicht reichen.

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