US-Wissenschaftler besorgt über kalifornische Corona-Variante

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Sie wurde inzwischen auch in anderen US-Bundesstaaten nachgewiesen.

"Es sind nicht wirklich fröhliche Nachrichten", sagte der Immunologe Michel Nussenzweig von der Rockefeller University der "New York Times". Die im Dezember erstmals entdeckte Variante, die Forscher "B.1.427/B.1.429" genannt haben, sei ersten Erkenntnissen zufolge ebenfalls wahrscheinlich ansteckender als das Ausgangsvirus, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschafter. Sie hat noch nicht den vor einer Publikation üblichen unabhängigen Prüfprozess durchlaufen.

Zwei Teams - vom California Institute of Technology und von der Columbia University - haben nun Studien zu der neuen Mutante erstellt, die aber noch nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden und auch nicht von anderen Forschenden bewertet sind. Das Ergebnis: Während es im September noch keine Hinweise auf B.1.427/B.1.429 gab, lag der Anteil der Virusmutante Ende Januar schon bei rund 50 Prozent. Insgesamt stellten die Wissenschaftler im Testzeitraum bei 21,3 Prozent der Proben die neue Variante fest. Demnach ist bei Infizierten eine rund doppelt so hohe Virenkonzentration in der Nase nachweisbar wie bei früheren Varianten.

Höheres Sterberisiko bei der kalifornischen Mutante?

Auch das könnte die Mutante ansteckender machen. Die Variante sei auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden, habe sich aber nach bisherigen Erkenntnissen bislang vor allem in Kalifornien ausgebreitet.

Was den Experten zusätzlich besorgt: Die kalifornische Mutation könnte zu schwereren Krankheitsverläufen und einer höheren Todesrate führen. Zu diesem Schluss seien zwei Forscherteams gekommen, die die Variante untersucht haben. Auch er befürchtet, dass Impfstoffe weniger greifen könnten als bei anderen Varianten.

Dem Fachmagazin "Science" zufolge bemängeln allerdings einige unbeteiligte Forscherinnen und Forscher die Aussagekraft der Studie aus San Francisco. Da nur eine relativ kleine Zahl von Daten ausgewertet wurde, sei sie noch nicht aussagekräftig genug.

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