Überfälle auf IKEA-Geldtransporter: Reemtsma-Entführer Drach wegen Raubverdachts festgenommen

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Dem Reemtsma-Entführer wird vorgeworfen, an drei spektakulären Geldtransporter-Überfällen beteiligt gewesen zu sein.

Ein kriminelles Genie, ein "Mastermind" nannten Medien Thomas Drach immer wieder.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Köln von einem 60-jährigen Deutschen gesprochen, der in den Niederlanden festgenommen wurde. Die Untersuchungshaft des 60-Jährigen in Amsterdam sei verlängert worden, teilte ein Sprecher der dortigen Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Thomas Drach war einer der bekanntesten Verbrecher Deutschlands - und soll als solcher rückfällig geworden sein.

Drach habe sich widerstandslos festnehmen lassen und sitze nun in Auslieferungshaft, meldete der "Spiegel" am Dienstag. Laut der "Bild"-Zeitung, die Drachs Namen zuerst enthüllt hatte, sucht die Polizei noch nach zwei Komplizen".

Mit der Entführung von Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996 hatten die Geiselnehmer einen Millionen-D-Mark-Betrag erpresst.

Thomas Drach, gebürtig aus Erftstadt, brachte die Fahnder bei einem Überfall am nahen Flughafen Köln/Bonn auf seine Spur. Bei dem Überfall am Flughafen Köln-Bonn habe der 60-Jährige ein Maschinengewehr benutzt. Ein Augenzeuge filmte den offensichtlich höchst professionell vorbereiteten Coup. Den ersten Fluchtwagen fackelten die Täter samt der Tatwaffe - einer Kalaschnikow - ab. Angaben zu möglichen weiteren Tätern machte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht. Der Wagen sei inzwischen sichergestellt.

Bei einem Überfall vor der Frankfurter Ikea-Filiale wurde ein Geldbote im November 2019 niedergeschossen und schwer verletzt.

Im März 1996 hatten Drach und seine Komplizen den Hamburger Soziologen und Erben der Tabak-Dynastie, Jan Philipp Reemtsma, entführt und nach 33 Tagen wieder freigelassen.

Von Reue war bei Drach nie die Rede: Die erpressten Millionen aus dem Lösegeld betrachtete er als sein rechtmäßiges Eigentum, das er durch die Jahre in Haft "ersessen" hatte: "Ich werde niemals einem Milliardär Geld zurück geben", hatte er vor dem Landgericht Hamburg getönt.

Zum Verbleib des Lösegelds hatte Drach stets geschwiegen beziehungsweise seinen Bruder reingezogen - der Millionen versenkt habe. Staatliche und private Ermittler im Auftrag Reemtsmas sicherten noch Reste des Lösegelds.

Es kam zu einer Rangelei, bei der der Täter dem Boten in den Oberschenkel schoss. Direkt nach seiner Freilassung setzte er sich ins Ausland ab.

Die Ermittler erklärten, dem aus dem Rheinland stammenden Beschuldigten, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz habe und nach dem europaweit gefahndet worden sei, solle der Europäische Haftbefehl in den Niederlanden verkündet werden.

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