Staatsanwaltschaft überprüft mehr als 1000 Äußerungen von Hildmann

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Der Corona-Aufwiegler Attila Hildmann ist offenbar abgetaucht.

Er war der Shooting-Star der deutschen Corona-Demos, sammelte hunderttausende Anhänger auf seinen Kanälen und verbreitete dort rechtsextreme, antisemitische Verschwörungstheorien. Gegenüber dem "Tagesspiegel" wollte das die Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher sagte, die Behörde äußere sich im Allgemeinen nicht zu "noch nicht vollstreckten Haftbefehlen". Das berichtet unter anderem der "Spiegel" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Ermittler wissen demnach seit Anfang Februar nicht mehr, wo sich Hildmann aufhält. Das Verfahren dauert. Nun schreibt Hildmann selbst über einen angeblichen Haftbefehl gegen ihn. Wie er davon erfahren hat, ist unklar. Jetzt sind Fahnder des Landeskriminalamtes auf ihn angesetzt.

Am Montag postete er: "Haftbefehl ist draußen, es geht um Aussagen auf meinem Telegram und es wird mir Hochverrat vorgeworfen". Schließlich behauptet er, "drei von Merkels Stasi-Bullen" hätten seine Mutter besucht und nach ihm gefragt.

Hildmann ist wiederholt bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aufgetreten (Archivbild). "Niemand kommt an der Giftspritze vorbei", sagte er.

Die Polizei in Brandenburg hatte bei einer Durchsuchung der Wohnung Hildmanns Beweise zunächst präventiv sichergestellt. Im Dezember war dann per richterlichem Beschluss in Berlin erwirkt worden, dass die Staatsanwaltschaft mehrere Laptops, Handys, Speicherkarten und USB-Sticks auswerten kann. Die Staatsanwaltschaft spricht von zeitaufwendigen Ermittlungen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass die Beweiserhebung nur schleppend vorankäme. In jedem einzelnen Fall muss geprüft werden, ob der 39-Jährige mit seinen Äußerungen die Meinungsfreiheit überschritten und sich strafbar gemacht haben könnte. Es geht dabei um Verdacht auf Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung. Vor allem die Fluchtgefahr dürfte bei Hildmann eine Rolle spielen. Er bezeichnet sich selbst als "ultrarechts". Mehrere Politiker und Journalisten wurden zur Zielscheibe seines Hasses. Dem Grünen-Politiker Volker Beck drohte er mit der Todesstrafe bei einer seiner Kundgebungen.

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