Australien: Streit mit Facebook geht in nächste Runde

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Die Konfrontation zwischen der australischen Regierung und Facebook hat sich verschärft.

Andere Länder haben in den vergangenen Tagen gespannt nach Australien geblickt, um zu sehen, wie der Showdown zwischen der Regierung des Landes und dem Social-Media-Unternehmen ausgehen würde.

Die von Australien vorgeschlagenen Änderungen an den Medienregeln werden es Facebook ermöglichen, selbst zu entscheiden, ob Nachrichten auf der Plattform verbleiben und damit die von ihm ausgewählten Verlage zu unterstützen, sagte Campbell Brown, Facebook-Vizepräsident für globale Nachrichtenpartnerschaften, am Dienstag. Facebook hatte im Streit um das Gesetz den Zugang zu Nachrichten- und Katastrophendiensten in Australien vergangene Woche geblockt, nachdem das Repräsentantenhaus den Gesetzentwurf am vergangenen Mittwoch verabschiedet hatte. Bisher hatten Vertreter der Regierung stets erklärt, keine Änderungen an der von den US-Techriesen Facebook und Google scharf kritisierten Reform mehr vorzunehmen, die weltweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Dazu gehörten Kanada wie auch Großbritannien. Dafür nahm die Regierung insgesamt vier Anpassungen an dem Entwurf vor. Der Konzern handelte bereits Vereinbarungen mit mehreren Medienunternehmen zur Weiterverbreitung von deren Inhalten aus. Neu ist unter anderem, dass sie für die Gespräche zwei Monate Zeit haben.

Nach tagelangen Besprechungen mit Facebook habe die australische Regierung Anpassungen im Gesetzestext angeboten, so Australiens Schatzkanzler Josh Frydenberg. Der neue Text erkenne den Wert an, den die Plattform für Medienhäuser darstelle verglichen mit dem Wert, den Facebook durch sie gewinne. So hätte man jetzt Kontrolle darüber, welche Medienlinks angezeigt würden. Im Senat ist die Abstimmung bis Ende dieser Woche geplant. Ein Sprecher des australischen Verlags Nine Entertainment begrüßte den Kompromiss, der Facebook zurück an den Verhandlungstisch mit australischen Medienhäusern bringe. Doch nachdem Microsoft anbot, die "Lücke" mit seiner Suchmaschine Bing zu füllen, lenkte Google ein und schloss lukrative Deals mit australischen Medienunternehmen wie Rupert Murdochs News Corp, der australischen Ausgabe des Guardian oder dem staatlichen Sender ABC.

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