USA liefern ehemaligen KZ-Wächter nach Deutschland aus

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Osnabrück. Die USA haben am Samstag den ehemaligen KZ-Wächter Friedrich Berger nach Deutschland abgeschoben.

Wie das hessische Landeskriminalamt mitteilte, landete der 95-Jährige an Bord eines Ambulanz-Jets auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen. Zuvor hatte der 'Spiegel' über die bevorstehende Ankunft Bergers berichtet. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle führte zwar ein Verfahren wegen Beihilfe zum Mord gegen ihn. Bei Vernehmungen in den USA hatte der Mann gestanden, 1945 als Wächter in einem Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme im Einsatz gewesen zu sein. Er lebte zuletzt im Bundesstaat Tennessee.

Im Februar 2020 hatte ein Richter in den Vereinigten Staaten angeordnet, B. abzuschieben; im November 2020 lehnte eine Berufungsinstanz den Einwand des Betroffenen ab. Der Mann sei aktiver Teilnehmer in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Menschheit gewesen, erklärte ein Vertreter der Einwanderungsbehörde. Die USA böten "Kriegsverbrechern" keinen Schutz.

In der Begründung der Abschiebung Bergers durch die USA heißt es, in dem Außenlager des KZ seien damals Juden, Polen, Russen, Dänen, Niederländer, Franzosen und politische Gefangene unter "grauenhaften "Bedingungen interniert gewesen, sie hätten "bis zur Erschöpfung und zum Tod "arbeiten müssen". Diese hatte im September 2020 die Ermittlungen gegen B. übernommen, im vergangenen Dezember aber "mangels hinreichenden Tatverdachts" vorerst eingestellt.

Die Einstellung war damit begründet worden, dass die Bewachung von Gefangenen in einem Konzentrationslager, das nicht der systematischen Tötung der Gefangenen diente, für einen Tatnachweis nicht ausreiche.

Laut "Spiegel" war B.

Der Mann war 1959 nach Tennessee gezogen und hatte dort jahrelang unerkannt gelebt. Seine Rolle im Unterdrückungssystem der Nazis wurde erst durch den Fund von Karteikarten in einem versunkenen Schiff in der Ostsee geklärt. Tatsächlich handelt es sich um eine Ausweisung, also eine ausländerrechtliche Entscheidung der Vereinigten Staaten. Ein Auslieferungsantrag würde einen Haftbefehl voraussetzen.

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