Studie zu Corona-Toten - Covid-19-Infektion in den meisten Fällen todesursächlich

Einstellen Kommentar Drucken

In der statistischen Auswertung hätten sich aber längere Überlebenszeiten seit einer Therapieumstellung gezeigt.

"Das ist ein wichtiger Erfolg der gemeinsamen Forschung und unterstreicht die Bedeutung der Rechtsmedizin für die Lebenden. Jetzt bedarf es Studien, die unsere Ergebnisse mit den Daten von überlebenden Intensivpatienten vergleichen", so Prof. Daraufhin wurden die bundesweit geltenden Leitlinien für die Behandlung von Betroffenen angepasst.

Auch die deutsche Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung empfahl damals, jeden im Krankenhaus behandelten Patienten, sofern nichts dagegen spricht, mit dem Medikament Heparin in hoher Dosierung zu behandeln. "Unter den ersten hundert Todesfällen im Frühjahr vergangenen Jahres starben noch über die Hälfte an Lungenembolien", so Rechtsmediziner Benjamin Ondruschka auf Nachfrage des SPIEGEL. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Wie viele Hamburgerinnen und Hamburger sind an oder mit Covid-19 verstorben?

Oftmals werden diese Todesursachen durch eine Reihe von Vorerkrankungen begünstigt, die vor allem bei Menschen in hohem Alter vorkommen, so die UKE-Wissenschaftler.

Dabei sind rund zwei Drittel der Untersuchten während der zweiten Pandemiewelle ab Oktober gestorben, die meisten im Dezember.

In sieben Prozent der Fälle waren die Verstorbenen zwar mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert, die Infektion war aber nicht todesursächlich.

Und es bestätigt sich eine weitere Erkenntnis der Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner: Die meisten Menschen, die an Corona gestorben sind, hatten mehrere Vorerkrankungen. Drei Viertel aller Verstorbenen waren älter als 76 Jahre. Die verstorbenen Männer waren statistisch etwas jünger als die Frauen, und es verstarben mehr Männer als Frauen.

Kinder oder Jugendliche waren nicht unter den vom Institut für Rechtsmedizin untersuchten Todesfällen.

► Sieben Personen verstarben infolge der Infektion vor Erreichen des 50. Lebensjahres. Dazu zählten sehr starkes Übergewicht, Bluthochdruck, chronische Lungenerkrankungen und Nierenschwäche.

Viel wurde darüber diskutiert, ob Menschen ursächlich an dem Coronavirus sterben oder mit dem Virus. Gründe hierfür sind neben einer unterschiedlichen Zählweise auch Fehlerfassungen. Bei den übrigen knapp 70 Verstorbenen wollten die Angehörigen keine Obduktion oder es fehlten Unterlagen.

Comments