Neuer CDU-Vorsitzender: Mit Lachet beginnt Union Arbeit am Wahlprogramm

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Die Partei hatte diese Vorgehensweise beschlossen, um das Ergebnis der digitalen Abstimmung rechtssicher zu machen. Nun betonen beide, dass es um Zusammenhalt in der Partei gehe. Die CDU errechnete daraus eine Zustimmung von 83,35 Prozent. Stimmberechtigt waren wie beim Parteitag 1001 Delegierte. Er kam damit auf 52,6 Prozent der Stimmen inklusive Enthaltungen.

Ausgerechnet in Stuttgart wird Armin Laschet an diesem Samstag seine erste große Rede als neuer Bundesvorsitzender der CDU halten.

Laschet wertete sein Wahlergebnis und die hohe Wahlbeteiligung als "ein Signal der Einheit der Union". Er folgt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze nach. Der neue Parteichef Laschet setzt weiter auf seinen unterlegenen Rivalen Merz. Merz erhielt 47,0 Prozent. Indirekt bestätigte er zumindest Teile eines Spiegel-Berichts, wonach er nach seiner Wahl zum Parteichef Norbert Röttgen eine Kandidatur für das Präsidium ausreden wollte.

Knapp eine Woche nach der Online-Wahl des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet zum CDU-Vorsitzenden soll am Nachmittag das Ergebnis der Briefwahl bekanntgegeben werden. Das wären ungünstige Voraussetzungen für das Superwahljahr 2021. "Ich bitte alle Delegierten, an der schriftlichen Schlussabstimmung teilzunehmen und unseren neuen Vorsitzenden Armin Laschet mit einem starken Votum auszustatten. Und dann gehen wir gemeinsam an die Arbeit", schrieb er in einem Brief. "Wir wollen die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sichern - gerade im Sinne der Arbeitsplätze". Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die gute Zusammenarbeit zwischen Laschet und ihm habe bereits begonnen.

- Die K-Frage: Erst nach den für die CDU wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März wird von den Unionsspitzen wohl entschieden, wer Kanzlerkandidat wird - das haben CSU-Chef Markus Söder und Laschet durchblicken lassen. "Es ist ein bisschen wie in einem Raumschiff", kommentiert der baden-württembergische Landeschef und CDU-Bundesvize Thomas Strobl die Tatsache, dass er dieses Mal nicht zu Hunderten Menschen spricht, sondern nur zu Bildschirmen und Kameras. Zuerst tagt das Präsidium, der engste Führungszirkel um den Vorsitzenden, danach das größere Präsidium.

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