Komplex Bergisch Gladbach: Razzien in auch Niedersachsen

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Allerdings wurde ein 13 Jahre altes Kind, das die Beamten bei einem der Beschuldigten antrafen, wegen "unklarer Wohn- und Familienbeziehungen" vorsorglich vom zuständigen Jugendamt in Obhut genommen.

Großeinsätze in zehn Bundesländern, 65 Wohnungen durchsucht, massenweise Beweismittel sichergestellt: Nur wenige Stunden, nachdem die bundesweite Kinderporno-Razzia am Dienstag (26. Januar) angelaufen war, konnte Michael Esser von der Kölner Polizei eine erste eindrucksvolle Bilanz geben.

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An der Razzia waren an vielen Orten auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei im Einsatz. Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige vorgegangen, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Beschlagnahmt wurden demnach elektronische Datenträger, die zum Teil in "äußerst kreativen Verstecken" aufbewahrt wurden und mit Datenträger-Spürsuchhunden entdeckt wurden. Die Razzia ist Teil der Ermittlungen von der "Besonderen Aufbauorganisation" (BAO) "Berg", die seit Oktober 2019 gegen den Kindesmissbrauchs-Komplex Bergisch Gladbach vorgeht.

Genaue Örtlichkeiten wollte er nicht nennen, da die Durchsuchungen teilweise noch nicht beendet seien.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Dienstag lag ein Schwerpunkt mit drei durchsuchten Objekten im Bereich Rosenheim.

Es handelt sich um den zweiten bundesweiten Großeinsatz der Ermittlungsgruppe im Fall Bergisch Gladbach. Im vergangenen September wurden in zwölf Bundesländern 60 Anschriften von rund 50 Beschuldigten durch rund 1000 Einsatzkräfte durchsucht. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden den Angaben nach 21 Objekte bei 16 Tatverdächtigen durchsucht, in Bayern ging es um 14 Tatverdächtige. Die Polizei arbeitet mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft zusammen. NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) sagte: "Der Aktionstag zeigt, dass die Justiz auch im Internet uneingeschränkt handlungsfähig ist".

Bei den Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat es die Polizei mit einer schier unendlichen Anzahl von immer neuen Hinweisen zu tun. Ein 43-Jähriger wurde im vergangenen Oktober in Köln zu 12 Jahren Haft verurteilt.

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