Zweite Corona-Welle belastet Ifo-Geschäftsklima stark - Wirtschaft

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Die Erwartungen der Unternehmer fielen pessimistischer aus.

Aber auch im verarbeitenden Gewerbe, zuletzt eine Stütze der deutschen Wirtschaft in der zweiten Corona-Welle, ist der Indexwert nach acht Anstiegen in Folge wieder gesunken.

Zum Jahresauftakt verschlechtert sich die Stimmung in deutschen Unternehmen. Dies war auf deutlich weniger optimistische Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen. Die Kapazitätsauslastung stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 81,8%. Sie liegt damit allerdings weiterhin unter ihrem langfristigen Durchschnitt von 83,5%.

Der IFO-Geschäftsklimaindex wurde im April neu berechnet und rekalibriert, nachdem das IFO-Forschungsinstitut im Mai 2011 die Reihe vom Basisjahr 2000 auf das Basisjahr 2005 und im April 2018 auf den Dienstleistungsbereich umgestellt hatte. Der Auftragsbestand, insbesondere im Bereich Transport und Logistik, entwickelte sich schwächer. Der Indikator zur aktuellen Lage stürzte in den negativen Bereich. Anders als im Dezember zeigten diesmal auch im Großhandel viele Indikatoren nach unten. Auch im bisher robusten Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen etwas schlechter aus. Zudem nahm der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate deutlich zu.

Ifo-Präsident Clemens Fuest forderte vor diesem Hintergrund flexiblere Instrumente bei der Unterstützung geschlossener Betriebe. Die Regierung könne etwa die Steuervorauszahlungen "pauschal kürzen" und die Unternehmen so entlasten. Dazu könnten die Finanzämter einbezogen werden, die Kontakte zu allen Firmen hätten. "Es wäre Wahnsinn, die Industrie jetzt stillzulegen". "Wir müssen die Industrie auf jeden Fall offenhalten, wir können uns einen wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht leisten", sagte er.

Dort, "wo die Inzidenzen runtergehen", könnten die Beschränkungen stärker gelockert werden, schlug Fuest im ZDF vor. Damit wollte der Bund Betrieben eigentlich schnell unter die Arme greifen: Bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes sollen die Antragsteller erhalten.

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