Corona-Tote: Steinmeier ruft zu Aktion "Lichtfenster" auf

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"Für zu viele Menschen in unserem Land sind diese Corona-Wochen schrecklich dunkle Wochen".

Der Bundespräsident kündigte auch eine zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten nach Ostern an. Ein genaues Datum wurde noch nicht genannt. Er sagte:"Nicht nur die Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, warten auf eine öffentliche Trauerfeier". Der Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den 4. April. "Wir wünschen den Kranken schnelle Genesung", hob Steinmeier hervor.

Wie das Robert-Koch-Institut am Morgen mitgeteilt hatte, ist die Zahl der Corona-Toten in Deutschland inzwischen auf mehr als 50.000 gestiegen. Auch wenn wir ihre Namen, ihre Familien nicht kennen - wir wissen: "Jede Zahl steht für einen geliebten Menschen, der uns unendlich fehlt", erklärte der Bundespräsident. Nach vorläufigen Ergebnissen gab es in der 52. Kalenderwoche (21. bis 27. Dezember 2020) mindestens 24.470 Todesfälle.

In diesen Winterwochen sterben täglich Hunderte Menschen an den Folgen des Corona-Virus, jeden Tag infizieren sich Tausende Menschen neu. Er ermunterte sie, vom Freitag an ein Licht in ihre Fenster zu stellen und auch ein Bild davon mit dem Hashtag #lichtfenster in den sozialen Medien zu teilen.

"Unser Licht spendet Wärme, unser Licht zeigt Mitgefühl in einer dunklen Zeit", erklärte Steinmeier.

Der Bundespräsident will mit gutem Beispiel voran gehen: Im Schloss Bellevue und auch in Steinmeiers Dienstwohnung in Berlin-Dahlem wird heute Abend solch ein Licht angezündet. "Stellen wir also ein Licht ins Fenster - und geben wir acht aufeinander". Bis zum 30. Januar soll das Licht in der Dunkelheit durchgehend leuchten, danach bis zu der geplanten Gedenkfeier jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag.

Die ganze Welt spricht über das Coronavirus.

Die beiden großen christlichen Kirchen schlossen sich der Aktion an. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sieht die Kerze im Fenster als Zeichen dafür, dass die Angehörigen der Toten nicht alleine seien.

"Ich freue mich sehr über die Initiative des Bundespräsidenten", erklärte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

"Deutschland stellt ein Licht ins Fenster, weil jedes "Lichtfenster" uns miteinander verbindet".

Solange die Beschränkungen gelten, seien alle in irgendeiner Form betroffen, allerdings durchaus unterschiedlich, fügte Steinmeier hinzu.

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