Tod Tausender Kinder in Heimen sorgt für Empörung

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Am Vortag hatte Martin bereits gesagt, der jahrzehntelange Skandal sei eines der schwärzesten Kapitel in der Geschichte des Landes.

Als Haupttodesursachen der Säuglinge und Kinder wurden Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Entzündungen festgestellt. In den von der Kommission untersuchten Heimen lebten rund 56.000 unverheiratete Mütter und etwa 57.000 Kinder. In den Heimen wurden sie allerdings auch diskriminiert. "Die Abwesenheit von professionellem Personal, kombiniert mit einer generellen Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der in den Heimen geborenen Kinder, hat zu der entsetzlichen Säuglingssterblichkeit beigetragen", heißt es in dem Bericht. Bewohnerinnen der Heime, die anonym bleiben wollten, verglichen die Einrichtungen mit Gefängnissen. Die Heime gerieten verstärkt ins Zwielicht, nachdem eine Historikerin 2014 auf Sterbeurkunden von fast 800 Kindern gestoßen war, die in dem früheren Heim des Ordens "Bon Secours" in Tuam in Westirland gestorben waren. "Es war außerordentlich kalt und harsch für Frauen". Alle Frauen litten unter ernsthafter Diskriminierung. Die Ordensschwestern sagten, es sei "eine große Trauer für uns, dass Babys unter unserer Obhut gestorben sind".

Zum Verhängnis geworden seien den Müttern damals "die Schwangerschaft außerhalb der Ehe und die Reaktionen der Väter ihres Kindes, der engsten Angehörigen und der breiteren Gemeinde", hieß es im Bericht.

Eine Organisation der betroffenen Frauen und Kinder in den Mutter-Kind-Heimen sagte, es dürfe nicht übersehen werden, "dass die Regierung, die römisch-katholische Kirche und die protestantischen Kirchen die Häuser Hand in Hand betrieben haben".

In irischen Mutter-Kind-Heimen für unverheiratete Frauen sind laut einem Untersuchungsbericht im 20. Jahrhundert Tausende von Babys und Kindern gestorben. Die Lokalhistorikerin Catherine Corless hatte ermittelt, dass zwischen 1925 und 1961 in dem Heim 796 Totenscheine für Babys ausgestellt worden waren. Im streng katholischen Irland war es üblich, Frauen, die vor der Heirat schwanger wurden, in solchen Einrichtungen unterzubringen.

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