WhatsApp: Nutzerdaten werden in Europa nicht mit Facebook zu Werbezwecken geteilt › Macerkopf

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Datenschützer wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnen auf Anfrage von WELT, Facebook könne nun "einen weitgehend unbeschränkten Datenaustausch insbesondere zwischen WhatsApp und Facebook" betreiben, selbst für Vermarktungszwecke. Viele Nutzer schreckt das offenbar ab.

Die von einer Non-Profit-Stiftung entwickelte App geriet innerhalb nur eines Tages ins Rampenlicht, einen wesentlichen Beitrag leistete dabei Tesla-Gründer Musk.

Konkret tritt die neue Bestimmung ab dem 8. Februar in Kraft, deren Neuerungen es in sich haben. "Wir können unsere Freude kaum erfassen", zeigen sich die Macher entzückt. Mittlerweile soll der Registrierungsdienst von Signal wieder ordnungsgemäß funktionieren - auch in Europa. In Deutschland ist die App Schätzungen zufolge auf mehr als jedem zweiten Smartphone installiert.

Wir gehören zu den Facebook-Unternehmen. Auch eine Finanzierung über personalisierte Werbung ist geplant. Denn WhatsApp will Daten der Nutzer bald an die Konzern-Mutter Facebook weitergeben. Wer also weiter bei WhatsApp bleiben will, muss den neuen Bedingungen zustimmen.

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Signal legt offenbar mehr Wert auf die Privatsphäre seiner Nutzer als WhatsApp

Wer in den vergangenen Tagen WhatsApp geöffnet hat, wurde von einer Pop-up-Nachricht überrascht, die den ganzen Bildschirm füllt. Der Schritt führte zu Aufrufen an Nutzer, ihre WhatsApp-Konten zu löschen und zu kleineren verschlüsselten Messaging-Apps wie Signal oder Telegram zu wechseln. US-Whistleblower Edward Snowden zählt seit Jahren zu den Nutzern und Fürsprechern der App.

WhatsApp hat eine Neuerung in seinen Nutzungsbedingungen angekündigt. Am Donnerstag twitterte er nur kurz "Use Signal", zu deutsch: "Benutzt Signal". In einem anschließenden Tweet schrieb Musk dann: "Verwendet Signal". Entwickelt wird der Messenger von einer gemeinnützigen Stiftung, die den Quellcode zur App öffentlich zur Verfügung stellt. Die für hohe Datenschutz- und Privatsphäre-Standards bekannte Anwendung Signal profitiert davon. Und im Gegensatz zu WhatsApp wird Signal auch offen entwickelt - mit entsprechenden Programmierkenntnissen lässt sich nachvollziehen, ob Signal die eigenen Versprechen auch wirklich einhält. Allerdings hat Letzteres einen Haken: Ohne Zustimmung gibt es ab dem 8. Februar 2021, von da an gelten die neuen Richtlinien, keinen Zugriff mehr auf WhatsApp.

Aus der geänderten Datenschutzrichtlinie geht hervor, welche Informationen künftig auch an andere Facebook-Unternehmen fließen können. Es ist eine Einkaufs- und Bezahl-Funktion, die der Konzern dem Messenger hinzufügen wird. Nicht zuletzt deshalb seien die neuen Nutzungsbedingungen nötig geworden. Und vielleicht ist es jetzt leichter, die Freunde ebenfalls zum Wechsel zu überreden.

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