Madrid erholt sich nur langsam vom Schneechaos

Einstellen Kommentar Drucken

Nach dem unerwartet starken Schneefall in Spanien sind mittlerweile mehr als 500 Straßen geräumt worden.

Das Sturmtief "Filomena" hat in Spanien mindestens drei Menschenleben gefordert - und die Hauptstadt Madrid mit historisch intensivem Schneefall lahmgelegt. Ein weiterer Mann wurde tot unter einem Schneehaufen gefunden. Innenminister Grande-Marlaska sprach vom schlimmsten Unwetter seit 50 Jahren.

Spanien trauerte am Sonntag um die Todesopfer: In Zarzalejo im Nordwesten der Region Madrid wurde ein 54-Jähriger tot geborgen, dessen Auto Schneemassen begraben hatten. Ein Obdachloser sei am Samstag in einem Park des Madrider Viertels Carabanchel erfroren. Er rief die Spanier dazu auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. In Fuengirola in der südlichen Provinz Málaga starben ein Mann und eine Frau, als ihr Fahrzeug bei Überschwemmungen von Wassermassen mitgerissen wurde. Eine "wundersame Geburt", jubelte ein TV-Reporter.

Allein in der besonders schwer betroffenen Region Madrid seien seit Freitagabend fast 1.500 Menschen gerettet worden, die vom Schnee in ihren Fahrzeugen festgesetzt worden seien. Der spanische Notfalldienst brachte das glückliche Trio sicher ins Krankenhaus.

Schon seit Freitagvormittag fielen in Madrid ununterbrochen dicke weiße Flocken vom Himmel. Der starke Schneefall sollte dort am Samstag erst gegen Mitternacht aufhören. Die Behörden warnten, wegen der Kältewelle in den nächsten Tagen könnten sich auf Dächern liegende Schneemassen in schwere, gefährliche Eisblöcke verwandeln. Am vergangenen Donnerstag war schon in der Provinz Léon mit minus 35,8 Grad ein neuer Kälterekord erreicht worden. Mehr aus der Region. Und mehr Nützliches für Sie.

Während die Menschen in den Städten ihre Langlaufskier anschnallten und sich auf den Straßen Schneeballschlachten lieferten, kämpften die Räummannschaften gegen das Chaos, das der Wintersturm "Filomena" anrichtete. Ein Mann ließ sich von fünf Huskys ziehen und wurde zum Internet-Hit.

Viele andere in Madrid aber litten unter dem Chaos. Die Eisenbahngesellschaft Renfe strich viele Verbindungen. Zahlreiche Zugverbindungen fielen weiter aus. Zudem wurden einige Landstraßen und die Autobahnringe der Hauptstadt M-30 und M-40 gesperrt. Auch die Impfungen gegen Coronavirus wurden behindert. Fußball-Spiele wurden abgesagt. Seit Freitagabend und noch bis Samstagabend galt in der Hauptstadt und in zehn von insgesamt 50 Provinzen des Landes die höchste Alarmstufe Rot.

Comments