Adler stellt Insolvenzantrag - Sechs Märkte in MV betroffen

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Dabei solle der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt werden. Adler hat in Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt.

Die ausländischen Töchter seien nicht von der Insolvenz betroffen, hieß es. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH, jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Adler Modemärkte haben Insolvenz angemeldet.

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte. Als Grund nennt die Modekette Umsatzeinbußen wegen Geschäftsschließungen seit Mitte Dezember, die im Zuge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angeordnet wurden.

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über Gelder von staatlichen Unterstützungsfonds oder Investoren zu schließen.

Noch Anfang November hatte Adler Mode über einen "spürbaren Aufwärtstrend" berichtet. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt.

Wie andere Unternehmen aus der Modebranche hat Adler, einst im sächsischen Annaberg gegründet, eine bewegte Geschichte hinter sich. Vor allem die Abwanderung größerer Umsatzanteile ins Internet hinterließ Spuren.

Das Beispiel Adler zeige, dass im textilen Einzelhandel selbst ein Unternehmen, das noch Ende 2019 eine "Rekord-Netto-Liquidität" von 70,1 Millionen Euro ausgewiesen habe, innerhalb von knapp zwölf Monaten in eine existenzielle Krise geraten könne.

Die Modebranche hadert allerdings schon lange mit dem Siegeszug von Onlinehandel und Fast-Fashion-Anbietern - der Lockdown traf sozusagen "vorgeschädigte Opfer". Der deutsche Branchenverband BTE warnte erst vor wenigen Tagen vor einer Pleitewelle im Modehandel.

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