Arnold Schwarzenegger: Trump ist "der schlechteste Präsident aller Zeiten"

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Dabei kommt er auch auf seine Kindheit zu sprechen.

"Nacht des zerbrochenen Glases" ist eine im angelsächsischen Sprachraum geläufige Bezeichnung für die Geschehnisse in Nazi-Deutschland in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Er habe einen Putsch versucht, "indem er die Menschen mit Lügen in die Irre führte".

Trump habe den Ausgang einer "fairen Wahl" umzukehren versucht und er sei auch im Amt ein Versager gewesen: "Präsident Trump ist ein gescheiterter Anführer".

Der frühere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, hat nach dem Sturm des Kapitols in Washington mit Donald Trump angerechnet. "Er wird in die Geschichte eingehen als schlechtester Präsident aller Zeiten", so Schwarzenegger wörtlich. Die amerikanische Demokratie, so Schwarzenegger, sei wie ein Schwert, das in glühendem Feuer gehärtet werde.

Trump hatte am Mittwoch bei einer Kundgebung in Washington erneut von Wahlfälschungen gesprochen und seine Anhänger zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen. Dazu brauche es Politiker, die "den Dienst am Gemeinwesen im Herzen" haben, sagte der Republikaner, der sich demonstrativ hinter den künftigen demokratischen Präsidenten Joe Biden stellte. Eine wütende Menge drang daraufhin ins Kapitol ein, erzwang eine Unterbrechung der Sitzung und verwüstete Büros.

In den sozialen Medien bekam der einstige "Terminator" viel Zustimmung für seine Aussagen, es gab aber auch Kritik an dem als unpassend und gefährlich empfundenen Vergleich mit der Judenverfolgung im Dritten Reich. Einige Anführer der Gruppe Proud Boys waren vor und nach den Krawallen in Washington festgenommen worden.

"Mittwoch war die Nacht des zerbrochenen Glases genau hier, in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten", sagte Schwarzenegger. Die Angreifer hätten "auf den Prinzipien herumgetrampelt, auf denen unser Land gegründet wurde". Er sei selbst in den Ruinen eines Landes aufgewachsen, das seine Demokratie verlor, sagte der gebürtige Österreicher. Nicht alle seien Antisemiten oder Nazis gewesen, aber seien Schritt für Schritt mitgelaufen.

Schwarzenegger berichtete, wie sein von der Kriegserfahrung gezeichneter Vater "ein oder zwei Mal in der Woche betrunken nach Hause gekommen ist, und er schrie und schlug uns und bedrohte meine Mutter". Er habe ihm dafür nicht die volle Schuld gegeben, weil sich der Nachbar genauso verhalten habe, und so auch der nächste, eine Tür weiter.

Die Männer hätten körperlich unter den Schrapnellen in ihren Körpern gelitten - und seelisch unter dem, was sie gesehen hätten oder taten. "Es begann alles mit Lügen und Lügen und Lügen und Intoleranz". Schwarzenegger habe also aus "erster Hand mitbekommen, wie die Dinge außer Kontrolle geraten" können. Aber er glaube daran, dass man sich der schrecklichen Folgen von Selbstsucht und Zynismus bewusst sein müsse.

Der Ex-Gouverneur rief zur Einheit auf und gelobte seine Unterstützung für den gewählten Präsidenten Joe Biden.

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