Coronavirus - Impfstoff von AstraZeneca in Großbritannien zugelassen

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"Das garantiert, dass der Impfstoff den strengen EU-Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität entspricht". Bis zur Zulassung dauert es aber noch.

Großbritannien ist damit das weltweit erste Land, das den Oxford-Impfstoff zugelassen hat. Damit steht nach der Biontech/Pfizer-Vakzine in dem Land ein weiteres Präparat zum Impfen bereit. Die britische Regierung folgte damit am Mittwoch einer Empfehlung der Arzneimittelbehörde (MHRA), die Auslieferung des Vakzins im Vereinigten Königreich soll am Montag beginnen. Jänner die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. "Hervorragend, 2020 mit so einem Moment der Hoffnung zu beenden", erklärte er.

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Knapp 80.000 Menschen sind dort bereits an Corona gestorben. Am Dienstag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit mehr als 53.000 Fällen einen neuen Höchstwert.

Wie bereits bei der Zulassung des Biontech-Impfstoffes ist auch hier Großbritannien schon ein gutes Stück weiter. Die behördliche Bestätigung ist ein willkommener Schub für AstraZeneca und das Oxford-Team, denen mangelnde Klarheit über die Ergebnisse von Studien im Spätstadium vorgeworfen wurde.

Das Vakzin soll nach den ersten Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten.

Trotz der nach bisheriger Datenlage deutlich höheren Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs von 95 Prozent setzt die britische Regierung vor allem auf das Vakzin von AstraZeneca und hat davon bereits im voraus 100 Millionen Dosen bestellt. Die EMA prüfe aber bereits die Forschungsdaten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs. Der schwedisch-britische Konzern AstraZeneca hatte daher zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Der eingesetzte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Die mRNA (= Messenger-Ribonukleinsäure) enthält den "Bauplan" für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus SARS-CoV-2. Dadurch wird wiederum das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen das Corona-Protein zu bilden.

Der Impfstoff kann bei Kühlschranktemperatur gelagert werden, was auch sein größter Vorteil gegenüber dem Produkt von Biontech/Pfizer bzw Moderna ist. Deshalb wird Astrazeneca wohl auch jener Impfstoff sein, den viele Menschen in der EU und Österreich schließlich erhalten werden, da er einfacher zu lagern und somit zu verteilen ist.

Planmäßig soll die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am 6. Januar über die Zulassung entscheiden. Entsprechendes war zuletzt seitens der Bundesregierung zu vernehmen: "Wir sind von Anfang an von einer Zulassung im Februar 2021 ausgegangen", sagte dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag gegenüber der APA. "Danach haben wir auch unsere Impfstrategie ausgerichtet. AstraZeneca kommt (in Österreich, Anm.) als Impfstoff spätestens ab dem 2. Quartal 2021 zum Einsatz", so der Ressortchef.

In dieser Phase wäre dann nach den Risikogruppen die allgemeine Bevölkerung an der Reihe.

Die beiden Dosen können laut der britischen Behörde in einem Abstand von vier Wochen bis zu drei Monaten verabreicht werden.

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