Riesiges Radioteleskop kollabiert in Puerto Rico | Wissenschaft

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Das Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico, bekannt aus dem James-Bond-Film "GoldenEye", ist zusammengebrochen. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Die an Stahlseilen über einem riesigen Parabolspiegel befestigte Vorrichtung brach plötzlich ein, wie die US-Wissenschaftsbehörde National Science Foundation mitteilte.

Abel Mendez, Professor für Astrobiologie von der Universität von Puerto Rico in Arecibo, sprach von einer "totalen Katastrophe".

Die 900 Tonnen schwere Instrumentenplattform sei auf die darunter liegende Schüssel hinabgestürzt, teilte die US-Wissenschaftsbehörde National Science Foundation (NSF) mit.

Nach ersten Erkenntnissen sind die oberen Teile aller drei tragenden Türme abgebrochen. Neben der Schüssel sei auch das Lernzentrum des Observatoriums in Arecibo durch herabfallende Stahlseile schwer beschädigt worden.

"Wir sind traurig über diese Situation, aber dankbar, dass niemand verletzt wurde", sagte NSF-Direktor Sethuraman Panchanathan.

Erst Mitte November hatte die NSF mitgeteilt, dass nach Einschätzung von Experten ein katastrophales Versagen der Struktur des Radioteleskops drohe. Die Kabel seien möglicherweise nicht mehr in der Lage, die für sie vorgesehenen Lasten zu tragen. Reparaturen sind nicht sicher möglich; Daher würde man sich darauf vorbereiten, das Teleskop zu zerlegen. Außerdem wurde das Observatorium des Hurrikans Maria 2017 beschädigt. Das Teleskop muss repariert werden. Dann, am 6. November, riss laut NSF ein Hauptkabel.

Das einst größte Radioteleskop der Welt - der Parabolspiegel hat einen Durchmesser von 305 Metern - sollte nach dem Reißen von zwei Tragseilen kontrolliert abgebaut werden.

Das Radioteleskop, das bereits für James Bond als Filmkulisse diente, ist komplett eingestürzt.

Das Teleskop war 1963 in Betrieb genommen worden und zuletzt noch immer eines der empfindlichsten der Welt. 1974 entdeckten die amerikanischen Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor mit ihm den Doppelpulsar PSR 1913 + 16 - zwei Neutronensterne, die sich gegenseitig umkreisen - und beobachteten damit indirekte Gravitationswellen.

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