Mord an Atomwissenschaftler: Iran droht mit Vergeltung | BR24

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Nach dem tödlichen Anschlag auf den iranischen Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh hat ein ranghoher iranischer Sicherheitsbeamter Israel am Montag vorgeworfen, "elektronische Geräte" genutzt zu haben, um den Forscher aus der Ferne zu töten.

Fachrisadehs Tod könnte in den letzten Wochen der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump den Konflikt mit dem Iran verschärfen. Das Mullah-Regime sollte Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde zulassen, im Gegenzug wurden Sanktionen gegen Teheran zurückgenommen. Dessen Vorhaben, die Atomgespräche mit dem Iran wieder aufzunehmen, könnte durch den Mord an Fakhrizadeh um einiges schwieriger geworden sein. Die "feige" Hinrichtung Fakhrizadehs - bei der es ernsthafte Hinweise auf Israels Verantwortung gebe - sei ein weiterer Versuch, die Region ins Chaos zu stürzen und die wissenschaftliche Entwicklung Irans zu stören.

Kritiker bemängelten allerdings, dass der Nukleardeal dem Regime weiterhin viele Optionen lasse. Mittlerweile reichert der Iran wieder massiv Uran an und verstößt gegen sämtliche Vereinbarungen des Deals.

Die Ermordung des Kernphysikers Fakhrizadeh wird nach den Worten des iranischen Atomchefs den Fortschritt des Atomprogramms im Land weder aufhalten noch beeinträchtigen. "Der Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht noch intensiver fortgesetzt", sagte Atomchef Ali-Akbar Salehi.

Der Atomwissenschaftler stand an der Spitze des sogenannten Amad-Programms, das nach Einschätzung Israels und des Westens eine iranische Militäroperation war, um die Machbarkeit des Baus einer Atombombe zu prüfen. Sein Tod sei ein schwerer Schlag für den Iran.

"Es ist unklar, wie viel die Vereinigten Staaten im Voraus über die Operation gewusst haben, aber die beiden Nationen sind engste Verbündete und haben seit langem gemeinsame Informationen über den Iran ausgetauscht, den Israel als seine mächtigste Bedrohung betrachtet", heißt es in der New York Times.

Der iranische Wissenschafter Mohsen Fakhrizadeh fiel einem Anschlag zum Opfer
Der iranische Wissenschafter Mohsen Fakhrizadeh fiel einem Anschlag zum Opfer

Auch der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif verurteilte den Anschlag am Freitag scharf.

Vor allem Israel läuft dagegen Sturm. "Merken Sie sich diesen Namen: Fachrisadeh", so Netanjahu damals.

Israel muss sich jedoch nicht nur mit Racheschwüren und Vergeltungsandrohungen aus dem Iran auseinandersetzen, sondern auch mit solchen von Irans Unterstützern in den direkten Nachbarländern. Der iranische Präsident Hassan Ruhani beschuldigte Israel und die USA, hinter der Tat zu stecken.

Hardliner schwadronieren dagegen vom "Dschihad", verbrannten am Samstag vor dem iranischen Außenministerium nicht nur amerikanische und israelische Flaggen, sondern auch Bilder von Trump und Biden. Der Oberste Führer des Landes, Chamenei, verlangte eine entschlossene Bestrafung der Verantwortlichen. Dies dürfte sich durch den aktuellen Vorfall verkompliziert haben.

Viele Iraner, die vor dem Steinzeit-Regime der Mullahs flüchten mussten, weil es mit gnadenloser Brutalität gegen das eigene Volk vorgeht, warnen westliche Regierungen vor neuen Zugeständnissen an das Regime.

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