Friseurkette Klier ist insolvent - Gericht eröffnet Verfahren

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Klier wurde 1948 von Friseurmeisterin Elfriede Klier in Werdau (Sachsen) eröffnet.

Die Friseurkette Klier betreibt in Deutschland rund 1400 Salons und 130 Geschäfte für Haarpflegeprodukte und gehört damit zur größten Haarschneide-Kette Deutschlands. Das Amtsgericht Wolfsburg hat ein entsprechendes Insolvenzverfahren eröffnet.

Klier war infolge des starken Nachfragerückgangs seit dem Beginn der Pandemie finanziell immer mehr in Bedrängnis geraten.

"Die Gläubiger werden aufgefordert, Insolvenzforderungen bei dem Sachwalter anzumelden", teilte die Kammer mit. Wie viele der rund 9.200 Jobs bei Klier gefährdet sind, ist bisher unklar. Ein Drittel aller Filialen des Familienunternehmens Klier sollen nach Informationen der "Bild" schließen. Das Unternehmen sprach auf t-online-Anfrage von "Spekulationen", zu denen man sich zurzeit noch nicht äußern wolle.

Klier hatte Anfang September ein Schutzschirmverfahren beantragt, nachdem auch Überbrückungshilfen die hohen Umsatzeinbußen vor allem während des Shutdowns im Frühjahr nicht hatten ausgleichen können - Friseurbetriebe hatten damals zeitweise komplett schließen müssen.

Mit einer Eröffnung des Hauptverfahrens wäre eine wichtige weitere Etappe auf dem Weg aus der Insolvenz geschafft, erklärte der Sprecher. Die geschäftsführenden Gesellschafter Michael und Robert Klier hatten sich zuversichtlich für einen Neustart gezeigt.

Die Geschäftsleitung bleibt im Amt, ihr wird allerdings ein Sachwalter zur Seite gestellt.

Von der Krise betroffen sind rund 9200 Mitarbeiter in 1350 Friseursalons (u.a. Klier, Super Cut, Hair Express) und 130 Läden für Haarprodukte (Cosmo, Beautyhairshop). Klier ließ im September mitteilen, man wolle sich "in eigener Verantwortung nachhaltig sanieren und zukunftsfähig aufstellen". Neben rund 1.400 Niederlassungen im Inland gibt es zahlreiche weitere Standorte in anderen Ländern Europas.

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