Nigeria: Boko-Haram-Angriff - laut UN 110 Tote in Dorf Koshobe

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Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram haben im Nordosten Nigerias mehr als 40 Landarbeiter getötet. Den ländlichen Gemeinden zu helfen, Land zu beackern und ihre Lebensgrundlage wieder aufzubauen, gehörten zu den Prioritäten der UNO und seien der einzige Weg, eine drohende Lebensmittelkrise im Bundesstaat Borno zu vermeiden. Zudem gebe es Berichte, dass mehrere Frauen entführt worden seien. Die Bewohner der Gegend seien "schockiert über die Brutalität des gestrigen Angriffs und haben Angst um ihre Sicherheit", sagte Kallon.

Auch der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Angriff nahe der Regionalhauptstadt Maiduguri. "Das ganze Land ist von diesen sinnlosen Tötungen verletzt", zitierte ihn sein Sprecher Garba Shehu.

Wer hinter der Gräueltat steckt, ist noch unklar.

Im nordnigerianischen Bundesstaats Borno, dessen Hauptstadt Maiduguri ist, fanden am Samstag erstmals seit dem Beginn des bewaffneten Aufstands der Islamistengruppe Boko Haram vor mehr als zehn Jahren Kommunalwahlen statt.

Die Dschihadistenmiliz Boko Haram und der westafrikanische IS-Ableger ISWAP ("Islamischer Staat in Westafrika") verüben seit Jahren Gewalttaten im Norden Nigerias. Aufgrund der anhaltenden Gewalt wurde die Abstimmung immer wieder verschoben.

Zu oft würden Bauern, Fischer und Familien angegriffen, die versuchten, nach einem Jahrzehnt der Konflikte einen Teil ihrer Daseinsgrundlage wiederherzustellen, kritisierte Kallon. Der Angriff wurde "ohne Zweifel" von Kämpfern der Boko-Haram-Miliz durchgeführt. Zuletzt hatten sie verstärkt Holzarbeiter, Viehhalter und Fischer attackiert, weil diese angeblich als Informanten für die Armee arbeiteten. Ein Bewohner der Region, Danjuma Saidu, sagte der dpa, manche der Todesopfer hätten Schusswunden, andere eine durchgeschnittene Kehle.

Unter den Getöteten sollen sich 43 Landarbeiter befinden, die festgenommen und gefesselt wurden, als sie beim Dorf Koshobe auf Reisfeldern arbeiteten. Die Islamisten hatten im Oktober bei zwei Angriffen nahe Maiduguri insgesamt 22 Landarbeiter getötet. Boko Haram will im Nordosten des westafrikanischen Landes einen islamistischen Staat errichten.

Boko Haram kämpft in Borno seit 2009 für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Knapp zwei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

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