"Ein kompletter Betrug": Trump gibt erstes TV-Interview seit der Niederlage

Einstellen Kommentar Drucken

Trump jedoch bleibt seiner Linie treu: Die Wahl war Betrug. Trump erneuerte in dem fast einstündigen Gespräch seine Behauptungen, wonach viele Tote abgestimmt hätten und es wegen der Zunahme der Briefwahl zu "massivem Betrug" gekommen sei.

Trump hat bislang keine belastbaren Beweise für den angeblichen Wahlbetrug vorgelegt, von dem er seit Wochen spricht. US-Gerichte haben bereits zahlreiche Klagen abgeschmettert, mit denen er und seine republikanischen Verbündeten das Wahlergebnis anfechten wollten. Er hätte in den entscheidenden Bundesstaaten "Tausende, Zehntausende" Stimmen mehr bekommen als Biden, behauptete er. Soziale Netzwerke und insbesondere die Medien - die er erneut als "Feinde des Volkes" bezeichnete - unterdrückten die Wahrheit, sagte Trump weiter. Er monierte zudem, dass weder das Justizministerium noch der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten oder die US-Bundespolizei FBI ihn unterstützten. "Eine Wahl unfair zu nennen, bedeutet noch nicht, dass sie das auch ist", erklärte das Gericht. Der Bundesstaat stellt bei der Abstimmung über den künftigen Präsidenten 20 Wahlleute. Auf die Frage, ob er das Weiße Haus verlassen werde, wenn das Wahlkollegium Biden am 14. Dezember zum neuen Präsidenten bestimmen sollte, antwortete der Präsident: "Sicher werde ich das tun". Das Ergebnis der Abstimmung wird allerdings erst am 6. Januar offiziell bekanntgegeben. Beide Schritte gelten angesichts der bekannten Wahlergebnisse aber als Formalien.

Auch im Bundesstaat Wisconsin hatte Trump Neuauszählungen der Stimmen beantragt. Nach der Neuauszählung in den Bezirken Milwaukee und Dane legte hingegen der Demokrat Joe Biden um 87 Stimmen zu, wie die örtliche Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel" am Sonntag berichtete.

In Milwaukee gewann Biden demnach 132 Stimmen, in Dane sicherte sich der Republikaner Trump 45 Stimmen. Trumps Wahlkampfteam zahlte für die teilweise Neuauszählung drei Millionen Dollar in Vorkasse, wie die Wahlkommission erklärt hatte. Laut drei Personen aus seiner näheren Umgebung plant der amtierende Präsident, am Tag von Bidens Amtseinführung den Versuch seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jahr 2024 bekanntzugeben, so "Daily Beast".

Comments