Autoexperte Dudenhöffer: "Leiser Abschied des Diesel in Europa"

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Der Anteil neuzugelassener Diesel-Autos sinkt seit einigen Jahren. Nur noch 27,2 Prozent aller Neuwagen waren seit Jahresbeginn mit einem Diesel ausgestattet, ergab eine Untersuchung des Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer, über die die "Welt am Sonntag" berichtet. Verschiedene Maßnahmen beschleunigen diese Talfahrt.

Dudenhöffer zeigt diesen Trend in einer neuen Studie auf, die Business Insider vorliegt. Strenger werdende CO2-Vorgaben der EU, die Einführung der Abgasnorm Euro 7 vermutlich in 2025 als auch die Entscheidungen von Regierungen für Verbrennerverbote (Großbritannien ab 2030) werden den Diesel in Europa weiter marginalisieren. "Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs nimmt dem Diesel die Kunden". Beim Rückgang des Dieselanteils spielen nach Einschätzung des Experten nicht nur der Image-Verlust im Zuge des Abgasskandals eine Rolle, sondern auch die gestiegenen Anschaffungskosten aufgrund der aufwändiger und teurer gewordenen Abgasreinigung. "Seine letzte Bastion sind die dicken SUV, die großen Firmenwagen und die Steuervorteile etwa in Deutschland", meint Dudenhöffer. In Deutschland liege der Marktanteil der Dieselautos bei den Neuzulassungen mit knapp 30 Prozent über dem westeuropäischen Durchschnitt, ebenso wie in Frankreich mit 31 Prozent und in Italien mit 34,6 Prozent. In Norwegen dagegen seien es nur noch 10, in den Niederlanden 4,5 Prozent.

"Mit Europa verliert der Diesel seine einzige noch verbleibende Marktregion". Er werde damit wieder zum Nutzfahrzeug-Aggregat. Die Kosten für die Entwicklung neuer Dieselmotoren rentierten sich kaum mehr.

Die Verkaufszahlen von Pkw mit Dieselmotoren sind in Westeuropa in diesem Jahr weiter deutlich gefallen.

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