Massentests für Lehrer am 5. & 6. Dezember

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Zu Beginn des neuen Jahres ist dann ein zweiter Massentest im ganzen Land geplant. Die Teilnahme ist aber freiwillig. "Mit den Massentests eröffnen wir im Kampf gegen die Pandemie ein neues Kapitel und wollen damit den Menschen ein Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglichen", wird Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer Aussendung zitiert. Er betont erneut, dass die Teilnahme freiwillig sei, sagt aber auch: "Einige Minuten für einen Test können einige Wochen Lockdown des ganzen Landes verhindern".

Das gesamte Pflegepersonal an Kliniken und in Alten- und Pflegeheimen muss jetzt schon wöchentlich getestet werden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht in Tests einen wichtigen Bestandteil in einem Bündel von Maßnahmen: "Damit Testungen epidemiologisch sinnvoll sind, müssen diese mehrmals wiederholt werden". Das sei auch geplant.

Intensive Testungen, Screenings und Massentests könnten ein probates Mittel zur Pandemiebekämpfung sein, entscheidend sei aber, dass durch die Tests kein falsches Sicherheitsgefühl entsteht, "dass sie nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Maßnahme zu Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygiene angenommen werden", so Anschober. Dafür gibt es insgesamt rund 100 Teststationen in allen Bezirkshauptstädten. Für große Flächenbezirke sind zusätzliche Teststationen möglich. Die Information an das gesamte Lehr- und Betreuungspersonal über Zeitpunkt und Ablauf der Tests erfolgt koordiniert vom Bildungsministerium über die Landesbildungsdirektionen und Bezirksschulbehörden. Die Gemeinden und genauen Testtage sollen kommende Woche definiert werden.

Die Slowakei, Luxemburg, Gibraltar und Andorra haben es vorgemacht, Südtirol zieht an diesem Wochenende nach und Österreich startet am 5. Dezember.

Zustimmend äußerte sich in einer ersten Reaktion der oberste Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer an den Pflichtschulen, Paul Kimberger. "Grundsätzlich halte ich das Angebot, sich freiwillig testen zu lassen für positiv", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD zur APA. "Das gibt mehr Sicherheit".

Neben Logistik und Organisation werden auch Sanitäter des Militärs zur Durchführung der Tests herangezogen. "Da ist ja noch alles weitgehend offen".

Im nächsten Schritt werden dann rund 40.000 Polizeibeamte getestet. Die Organisation der Testungen erfolgt über die Landespolizeidirektionen.

Im dritten Pilotdurchgang stehen Gemeinden mit hoher Inzidenz in der ersten Dezemberwoche am Programm.

Die ersten Massentests werden.

Die Vorbereitungen dazu laufen bereits parallel zu den Vorkehrungen der Pilottests bei den Pädagogen und der Polizei Anfang Dezember "auf Hochtouren", heißt es von Seiten des Bundeskanzleramts dazu. Man binde Gemeinden und Länder ein. Das Verteidigungsressort befinde sich bereits intensiv in den Vorarbeiten zur logistischen und organisatorischen Abwicklung der Tests, hieß es in einem Medienpapier der Regierung.

Die zentrale Abwicklung und Steuerung der Massentests liegt beim Bundesheer und dem Gesundheitsministerium. Die Probenentnahmen soll ausschließlich von geschultem Gesundheitspersonal durchgeführt werden. Dazu werden die Gesundheitsbehörden gemeinsam mit dem Bundesheer und den Rettungsorganisationen entsprechende Mitarbeiter bereitstellen und zusätzliches Personal schulen. Das Ergebnis bei Antigentests liegt nach rund 15 Minuten vor.

Zur Anwendung kommen Antigen-Schnelltests der Firmen Roche und Siemens. Kostenpunkt sind rund 50 Millionen Euro.

Die Regierung hofft, durch Massentest weitere Lockdowns zu verhindern. Zudem müssen die elektronischen Daten- und Meldesysteme verknüpft werden, damit eventuelle CoV-Cluster rasch erkannt werden können. Zudem empfiehlt die Industrie, dass eine Verkürzung der Quarantänezeiten für symptomfreie Kontaktpersonen oder "Freitestungen" gerade für Schlüsselpersonal möglich sein sollte.

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