Australische Soldaten sollen als Aufnahmeritual getötet haben

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Australische Soldaten haben bei ihrem Einsatz in Afghanistan Kriegsverbrechen begangen.

Die Ergebnisse würden auf schwerste Verstöße hinweisen, sagte Campell. Aufgedeckt worden sei so eine "beschämende Bilanz" einer "egozentrischen Kriegerkultur". Seitdem wurden schwerwiegende Vorwürfe gegen australische Elitesoldaten erhoben. Er forderte die strafrechtliche Verfolgung der mutmaßlichen Soldaten wegen Kriegsverbrechen und die Aufhebung bestimmter Auszeichnungen, die den betroffenen Soldaten zwischen 2007 und 2013 gewährt worden waren. Mehr als 400 Zeugen wurden angehört, in 57 Fällen Ermittlungen aufgenommen. Kritiker werfen der australischen Regierung vor, in der Vergangenheit Berichte von Whistleblowern über mutmaßliches Fehlverhalten australischer Soldaten unterdrückt zu haben.

"Der Bericht stellt fest, dass die verzerrte Kultur von einigen erfahrenen und einflussreichen Unteroffizieren verstärkt wurde". Damit gebe es "glaubwürdige Informationen" zur Untermauerung der Behauptung, dass australische Soldaten "unrechtmäßig" getötet hätten. Jüngere Soldaten seien gezwungen worden, einen Gefangenen zu erschießen, um auf diese Weise die erste Tötung als Soldat auszuführen.

Campbell sagte, einige der 25 verdächtigen Soldaten dienten noch immer bei den Streitkräften. Es seien auch Beweise gefunden worden, die zeigten, dass Soldaten versucht hätten, die Verbrechen zu vertuschen. Keine dieser unrechtmäßigen Tötungen sei "in der Hitze des Gefechts" passiert. Sie hätten Waffen, Funkgeräte und Granaten neben den Leichen afghanischer Zivilisten platziert, um es so aussehen zu lassen, als seien sie "im Kampf getötete Feinde".

"Im Namen der australischen Streitkräfte entschuldige ich mich aufrichtig und uneingeschränkt bei der afghanischen Bevölkerung für jedes Fehlverhalten", sagte Campbell in Canberra. Zeitweise hatte die Polizei gegen Reporter des Fernsehsenders ABC ermittelt, der die mutmaßlichen Kriegsverbrechen erstmals 2017 in den "Afghanistan-Akten" meldete.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte Australien mehr als 26.000 Soldaten nach Afghanistan entsandt, um an der Seite der US-Armee gegen islamistische Milizen wie die Taliban und Al-Kaida zu kämpfen.

Vor der Veröffentlichung des Berichts hatte Australiens Regierungschef Scott Morrison vor einer Woche einen Sonderermittler ernannt, um eine strafrechtliche Verfolgung von Armeeangehörigen zu ermöglichen - und möglichen Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag zuvorzukommen. Er hatte seine Landsleute auf Enthüllungen vorbereitet, die nur schwer zu verkraften seien. 2013 zog das Land die Truppen vom Hindukusch ab.

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