Trump ordnet Abzug weiterer Truppen aus Afghanistan und dem Irak an

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Das kündigte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller an. Der Teilabzug würde damit unmittelbar vor Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden umgesetzt.

Gegenwärtig befinden sind rund 4.500 amerikanische Truppen in Afghanistan und 3.000 im Irak, wo sie irakische Einheiten im Kampf gegen Überbleibsel des Islamischen Staates unterstützen und bei der militärischen Ausbildung beratend tätig sind. Dem US-Sender CNN zufolge sind es derzeit noch 4500 Soldaten in Afghanistan und 3000 im Irak.

Erste Spekulationen über den weiteren Teilabzug hatte es gleich nach Trumps Wahlniederlage gegen Biden gegeben. Kurz danach hatte der amtierende Präsident Verteidigungsminister Mark Esper entlassen, was wiederum die Neubesetzung hochrangiger Positionen im Pentagon mit Trump-Befürwortern nach sich zog. So wurde der ehemalige Heeresoffizier Douglas Macgregor zum leitenden Berater des geschäftsführenden Ministers Miller ernannt. Auch die deutsche Bundeswehr ist in Afghanistan im Einsatz.

Trump hatte bereits im Wahlkampf 2016 versprochen, Truppen aus dem Ausland abzuziehen - insbesondere aus Afghanistan. Medienberichten zufolge war er zuletzt wegen des schleppenden Tempos frustriert. Das hat zu Kritik und Sorgen bei der Nato und auch bei Trumps Republikanern geführt. Befürchtet wird ein Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban, die derzeit mit der afghanischen Regierung Friedensgespräche führen. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte mit Blick auf die im Land stationierte Bundeswehr: "Natürlich prüfen wir die Auswirkungen, die das für unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan hat, außerordentlich intensiv."Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion Heike Hänsel kommentierte den Druck, der durch den US-Truppenabzug nun auf Deutschland und der Bundeswehr liegt". Dies hatte für erhebliche Unruhe im Bündnis gesorgt, da die Einheiten der anderen NATO-Länder in Afghanistan auf die logistische Unterstützung der USA angewiesen sind.

Fast zeitgleich zur Ankündigung Millers warnte der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, dass ein überstürzter Rückzug aus Afghanistan und dem Irak ein "Fehler" wäre.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor den Folgen eines vorzeitigen Abzugs der USA aus Afghanistan gewarnt.

Nach Regierungsangaben verloren bei den Konflikten in den beiden Ländern rund 6900 US-Soldaten ihr Leben. Nach den Anschlägen vom 11. September jenes Jahres waren von den USA angeführte Truppen dort einmarschiert. Ende Februar hatten die USA mit den militant-islamistischen Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Rückzug aller US- und Nato-Streitkräfte bis Ende April 2021 in Aussicht stellt.

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