Stahlgeschäft mit Milliardenverlust: Thyssenkrupp streicht weitere 5000 Jobs

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Dabei will sich Thyssenkrupp weiter alle Optionen offen halten. Den Abbau von 6000 Stellen hatte Thyssenkrupp bereits im vergangenen Jahr angekündigt. 3600 Jobs seien bereits abgebaut worden, teilte der Konzern mit. Thyssenkrupp sei noch nicht da, "wo wir hin müssen". Die nächsten Schritte können schmerzhafter werden als die bisherigen. "Wir werden sie dennoch gehen müssen", sagte Konzernchefin Martina Merz laut Mitteilung.

Personalvorstand Oliver Burkhard konnte nicht ausschließen, dass es auch betriebsbedingte Kündigungen geben werde, sie blieben jedoch die "Ultima Ratio", die allerletzte Maßnahme. Das Management werde gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern "passende Instrumente finden - je nach Ausmaß und Härte der wirtschaftlichen Lage".

Der drastische Stellenabbau wird vor allem die Standorte in Deutschland treffen. In den kommenden drei Jahren sollen demnach zusätzlich 5000 Jobs gestrichen werden. Vor allem die Stahlsparte treibt die Verluste in die Höhe. Ohne das mittlerweile verkaufte Aufzugsgeschäft musste der Konzern einen bereinigten operativen Verlust im fortgeführten Geschäft von 1,6 Milliarden Euro hinnehmen. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 13,2 Milliarden Euro verfüge Thyssenkrupp "über eine sehr gute Liquiditätssituation". Die Bilanz aufpolieren konnte Thyssenkrupp durch den Verkauf des Aufzuggeschäfts, aus dem dem Unternehmen 15 Milliarden Euro zuflossen. Trotzdem will Thyssenkrupp auch für das vergangenen Geschäftsjahr auf die Auszahlung einer Dividende verzichten.

Eine Grundsatzentscheidung, wie es mit dem Stahl bei Thyssenkrupp weitergeht, will der Vorstand voraussichtlich im Frühjahr 2021 treffen.

Durch den im Frühsommer erfolgten Verkauf der profitablen Aufzugssparte, der einen Gewinn rund 15 Milliarden Euro einbrachte, hat sich Thyssenkrupp finanziell Luft verschafft. Von Gewinnen ist der Konzern aber noch weit entfernt.

Dabei hätten sich die Geschäfte im vierten Quartal stabilisiert, hieß es.

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