Coronavirus-Mutation: Warum Dänemark 17'00 Nerze töten möchte

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Sie werden nun getötet, denn das Coronavirus ist unter ihnen mutiert und hat sich auf Menschen übertragen. Das Virus sei unter Nerzen mutiert und wurde auf den Menschen übertragen, sagte die Regierungschefin. Dabei handelt es sich um 17 Millionen Tiere.

200 der Fälle wurden demnach in der Region Nordjütland nachgewiesen. Schuld daran ist Cluster5.

Auf Nerzfarmen in Dänemark ist das aufgetreten, was Wissenschaftler bereits zu Beginn der Corona-Krise befürchtet hatten: Das Coronavirus ist mutiert.

Bislang ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. Gleichzeitig wurden bei den Nerzen eine neue Coronavirus-Variante entdeckt. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Dänische Medien sprechen vom "neuen Wuhan", vom Nerz als "globale Ansteckungsbombe". Dänemark ist der weltweit größte Exporteur von Nerzfellen, die Gewinnspannen der Branche variieren zwischen 670 Millionen und 1,3 Milliarden Euro. Bis zu 17 Millionen Tiere werden dafür jährlich getötet. Auf 67 Farmen wurde der Pelztierbestand bereits getötet. Nun soll mit einer groß angelegen Aktion von Militär, Polizei und anderen Notfalldiensten das Töten der gesamten Nerze umgesetzt werden.

Auch für die Bewohner von Nordjütland hat das es weitgehende Konsequenzen. "Schließen Sie die Gemeindegrenze und sorgen Sie dafür, dass auch die lokalen Restaurants schließen", lautet die Direktive des dänischen Gesundheitsamts an die dortigen Bürgermeister vom Donnerstag. Wie genau die Isolierung aussehen soll, ist noch ungewiss, die Bewohner dürfen erst einmal für vier Wochen nicht aus ihren ihren Ortschaften ausreisen. "Es ist zu früh dafür, voreilige Schlüsse zu ziehen, welche Folgen diese neue Mutation für die Übertragung, Schwere der Erkrankung, klinische Symptome, Immunantwort oder mögliche Impfstoffwirkung hat".

Die dänische Gesundheitsbehörde geht laut Berichten davon aus, dass die Hälfte der Corona-Infizierten in der Region mit Nerz-Mutationen infiziert sein könnte, rund ein Zehntel von ihnen mit der Variante "Cluster 5".

Jan Pravsgaard Christensen, ein Infektionsimmunologe an der Uni Kopenhagen, verweist in diesem Zusammenhang auf das Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Problem: Die Mutation des Virus reagiert nur schwach auf Antikörper, weshalb der in Entwicklung befindliche Covid-Impfstoff ineffektiv sein könnte. Die Tiere leben in ihren Käfigen auf engem Raum zusammen und können Viren schnell untereinander austauschen.

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