US-Wahl weiter eng - Trump und Biden geben sich siegessicher

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Nach einer Zitterpartie bei der US-Präsidentenwahl scheint Trump-Herausforderer Joe Biden auf dem Weg zum Sieg. Der Erfolg in einem weiteren Bundesstaat könnte reichen. In Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich etwa 200 zum Teil mit Gewehren und Pistolen bewaffnete Demonstranten vor einem Behördengebäude, in dem Wahlzettel ausgewertet wurden.

Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten scheint der Herausforderer Biden nur noch wenige Schritte vom Weißen Haus entfernt. Am Donnerstag führte Biden bei einem Auszählungsstand von 86 Prozent mit 50,5 Prozent vor Trump mit 48,1 Prozent. Demnach bräuchte der ehemalige Vize von Präsident Barack Obama nur noch einen Bundesstaat für sich zu entscheiden, um zu gewinnen. In North Carolina fließen noch Briefwahlstimmen in das Ergebnis ein, die bis zum 12. November ankommen.

Nevada (sechs Wahlleute): In Nevada führt Biden mit 49,4 Prozent der Stimmen knapp vor Trump (48,5 Prozent).

Anhänger der Demokraten neigten inmitten der Corona-Pandemie eher dazu, ihre Stimmzettel per Post zu verschicken als die Republikaner.

In Pennsylvania wollen die von den Republikanern beauftragten Anwälte verhindern lassen, dass Briefwahlstimmen als gültig gewertet werden, die bis Freitag eintreffen - diese Regelung hatte das Oberste Gericht der USA zugelassen. Drei Konservative unter den insgesamt neun Richtern zeigten sich aber offen dafür, das Thema noch einmal aufzugreifen. Sein am Dienstagabend noch bestehender Vorsprung sei in einem Bundesstaat nach dem anderen "auf magische Weise verschwunden". In Michigan, wo Biden führt, will er die Auszählung aussetzen lassen, bis seine Beobachter näher an die auswertenden Mitarbeiter heran dürfen. In Wisconsin verlangt Trump eine Neuauszählung angesichts eines knappen Rennens. So will Nevada frische Informationen zum Stand der Auszählung erst wieder gegen 9 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) mitteilen. In Arizona mussten noch über 500.000 Stimmen ausgezählt werden. Trump würde eine Mehrheit in allen fünf noch offenen Staaten benötigen - falls sich in Arizona das bisherige Ergebnis für Biden bestätigen sollte.

Noch immer wird gezählt
2 von 9Auszählung im Chester County in Pennsylvania

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gewann Biden die umkämpften Bundesstaaten Michigan und Wisconsin gegen Trump. In Georgia klagte Trumps Wahlkampfteam, weil 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien. "Um Fortschritte zu machen, müssen wir aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln", sagte Biden. Hier aktualisieren wir alle Ergebnisse im Überblick. Mit Blick auf Trumps Forderungen, die Zählungen generell einzustellen, stellte Pennsylvanias Justizminister Shapiro klar, dass man alle Wählerstimmen schützen und zählen werde.

In Pennsylvania können die Kandidaten die meisten der noch nicht vergebenen Stimmen gewinnen. Twitter versah mehrere von Trumps Nachrichten mit einem Warnhinweis. Biden bekräftigte: "Wir ruhen nicht, ehe nicht jede Stimme gezählt ist".

US-Präsident Donald Trump zweifelte dagegen die Rechtmäßigkeit der Auszählung an und forderte ein Ende des "Wahlbetrugs". Er warnte ohne Beleg vor massiven Fälschungen. Hinweise auf nennenswerten Wahlbetrug gab es jedoch nicht. So viele US-Amerikaner wie noch nie nutzten in diesem Jahr die Briefwahl, unter anderem, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Warteschlangen vor den Wahllokalen zu vermeiden. Nach Auswertung von 92 Prozent der Stimmen verkleinerte sich Trumps Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten auf weniger als zwei Prozentpunkte.

Auch zwei Tage nach der US-Präsidentenwahl steht der Gewinner noch nicht fest. Neben Maine werden die Stimmen auch in Nebraska aufgeteilt.

Präsident wird, wer mindestens 270 Stimmen in der Wahlversammlung erhält.

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