Covid-19-Erkrankung mit mildem Verlauf: Sieben Krankheitsformen dokumentiert

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Dies könnte nach Ansicht der Forscher auch ein Grund dafür sein, dass viele Covid-19-Patienten auch Wochen nach der Genesung noch unter den Spätfolgen der Erkrankung leiden.

Wien - Zu welchen Erkrankungen führt Covid-19 und in welchen Kombinationen treten die Beschwerden bei eher milden Verläufen der Virus-Infektion auf?

Das Forschungsteam unter Leitung des Immunologen Winfried F. Pickl und des Allergologen Rudolf Valenta hat in einer Studie neue Erkenntnisse über Corona präsentiert: Demnach liegen einem milden COVID-19-Verlauf sieben verschiedene Erkrankungsformen zugrunde. Eine Studie hat nun festgestellt, dass bestimmte Gruppen von Symptomen normalerweise zusammen auftreten. Diverse Tests konnten den Forschern zufolge belegen, dass verschiedene Symptome bei Covid-19 zusammenhängen und in sogenannten Symptomgruppen vorkommen. Die Symptome treten in immer wieder auftretenden Kombinationen auf, wie eine Studie zeigt.

Zudem konnten auch vermehrt Antikörper-produzierende Immunzellen im Blut der Rekonvaleszenten nachgewiesen werden - je stärker bei mildem Verlauf der Erkrankung das Fieber des Betroffenen war, desto höher waren daher auch die Antikörperspiegel gegen das Virus ausgeprägt.

Zugleich konnten die Wissenschafter feststellen, dass COVID-19 lange nachweisbare Veränderungen wie einen Fingerabdruck im Blut der Rekonvaleszenten hinterlassen hat: So ist die Anzahl der Granulozyten, die im Immunsystem ansonsten für das Bekämpfen von bakteriellen Krankheitserregern zuständig sind, in der COVID-19-Gruppe signifikant niedriger als üblich. Zuerst beobachteten sie grippeähnliche Symptome mit Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Husten.

Zu Schnupfen und Niesen gesellen sich bei Erkrankten ein trockener Hals und eine verstopfte Nase. Als Nächstes stellte die Forschungsgruppe Gelenk- und Muskelschmerzen fest, wobei Augen- und Schleimhautentzündungen ebenfalls aufgetreten sind. Die andere Art von Symptomatik bestand in Lungenproblemen, die vor allem mit Lungenentzündungen und Atemnot verbunden waren. Zusätzlich gab es Magen-Darm-Probleme, einschließlich Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen. Schließlich ist die siebte Form der Krankheit der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.

Weltweit haben sich bereits rund 47 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. "Gruppe 6 und 7) der primären Covid-19 Erkrankung abgrenzen", erläuterte Pickl.

"Bei letzterer Gruppe konnten wir zudem feststellen, dass vom Geruchs- und Geschmacksverlust vermehrt Personen mit einem ‚jungen Immunsystem' betroffen sind", betont Studienleiter Pickl - also einem Immunsystem, bei der die Anzahl der Immunzellen (T-Lymphozyten) noch vergleichsweise gering.

Unabhängig von der Variante der akuten Covid 19-Krankheit gibt es viele Ähnlichkeiten hinsichtlich der langfristigen immunologischen Konsequenzen. "Dafür entwickelten die CD4- und CD8-Immunzellen ein Gedächtnis und die CD8-T-Zellen bleiben stark aktiviert". Eine ihrer Aufgaben ist es, virusinfizierte Zellen abzutöten. Sogar Typ-1-Diabetes und Parkinson könnten durch Covid-19 verursacht oder zumindest begünstigt werden, wie einige Studien nahe legen. "Unsere Erkenntnisse tragen zu einem besseren Verständnis der Erkrankung bei und helfen uns bei der Entwicklung von möglichen Impfstoffen, da wir nun auf vielversprechende Biomarker zurückgreifen und ein noch besseres Monitoring durchführen können", betonen die Forschenden.

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