Neue Corona-Studie: Kann Aspirin das Sterberisiko bei Covid-19 senken?

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich auf Twitter positiv zu der Studie geäußert, jedoch darauf hingewiesen, dass eine randomisierte Studie zur Bestätigung nötig sei, wie das Nachrichtenportal "t-online" berichtete. Doch das Schmerzmittel könnte nun in der Corona-Pandemie eine bahnbrechende Rolle einnehmen, denn US-Forscher haben in einer neuen Studie Erstaunliches zu einem möglichen Zusammenhang von der chronischen Einnahme von Aspirin und der Corona-Sterblichkeitsrate herausgefunden. Sie veröffentlichten ihre Arbeit, die Daten aus der ersten Corona-Welle auswertet, im Fachblatt Anesthesia & Analgesia.

Bei den Probanden handelte es sich um Patienten, die zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen täglich niedrig dosierte den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, besser bekannt als Aspirin bekannt, einnahmen.

Noch immer gibt es weder Covid-19-Medikamente noch einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Können rezeptfrei erhältliche Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) tatsächlich die Leiden einer Covid-19-Erkrankung lindern? Jedoch sagte Studienleiter Dr. Jonathan Chow auch in einer Stellungnahme, dass der "Befund durch eine randomisierte klinische Studie bestätigt werden muss". Sollten sich die Beobachtungen bestätigten, stünde das erste breit verfügbare und rezeptfreie Medikament zur Verfügung, welches die Sterblichkeit von COVID-19 reduziert.

Das Team um Chow analysierte die Krankenakten von 412 COVID-19-Betroffenen im Durchschnittsalter von 55 Jahren, die im University of Maryland Medical Center in Baltimore sowie in drei weiteren Krankenhäusern innerhalb der letzten Monate behandelt wurden.

Täglich eine Aspirin - einige Herzpatienten nehmen die Schmerztablette vorsorglich ein.

Laut den Forschungsergebnissen war die Einnahme von Aspirin mit einem um 44 Prozent geringerem Risiko verbunden, an ein Beatmungsgerät angeschlossen zu werden. Auch das Risiko, auf eine Intensivstation eingewiesen zu werden, wurde um 43 Prozent kleiner. Die Einnahme von Aspirin (ASS) kann scheinbar den Krankheitsverlauf von Covid-19 mildern.

Denn bei schweren Verläufen kommt es häufig zu Komplikationen aufgrund von Blutgerinnseln, die nicht selten für den Tod der Patienten verantwortlich gemacht werden, so das "Ärzteblatt". Alle von ihnen waren an Covid-19 erkrankt.

Während einer COVID-19-Infektion ist das Risiko erhöht, dass sich gefährliche Blutgerinnsel in Herz, Lunge oder in den Blutgefäßen bilden. Vor allem aufgrund seiner blutverdünnenden Wirkung soll ASS in geringen Dosen auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen schützen und wird Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen prophylaktisch verabreicht.

Erkrankte mit einer ASS-Behandlung hatten der Studie zufolge ein geringeres Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs. 344 Patienten (76,3 Prozent) von ihnen hatten kein ASS erhalten.

Aspirin zählt zu den bekanntesten Medikamenten weltweit.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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