Jahre Haft für Gründer von bizarrem Sex-Kult | Brennpunkte

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Der unter anderem wegen Sexhandels angeklagte Gründer der sektenähnlichen Organisation Nxivm, Keith Raniere, muss für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine lebenslange Haftstrafe gefordert, die Verteidigung 15 Jahre. Im Juni 2019 war Raniere in sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, darunter Sexhandel, sexuelle Ausbeutung einer 15-Jährigen und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Raniere hatte die angebliche Selbshilfegruppe Ende der 90er Jahre gegründet. Der charismatische Anführer zog zahlreiche bekannte und wohlhabende Frauen in seinen Bann. Zwischenzeitlich soll er rund 20 von ihnen sexualisierte Gewalt angetan haben. Mitglieder zahlten bis zu 5000 Dollar für einen fünftägigen Selbsthilfekurs. Seinen Besitzanspruch machte er mitunter mit Brandzeichen auf der Haut seiner Jüngerinnen deutlich.

In einer von Raniere gegründeten Unterorganisation namens DOS wurden Frauen als "Sklavinnen" und er selbst als "Großmeister" bezeichnet. In einem Schreiben, das vor der Verhängung des Strafmaßes eingereicht wurde, gab sich der 60-Jährige vielmehr "stolz" auf sein "Lebenswerk". Er habe nie jemandem absichtlich Schaden zugefügt, der Sex sei stets einvernehmlich gewesen. Im darauffolgenden Jahr wurde er in einer Luxusvilla im Badeort Puerto Vallarta festgenommen. Über Raniere und Nxivm sind schon zwei Doku-Serien erschienen, eine davon im Bezahlsender HBO. Anfang Oktober war bereits die Millionenerbin Clare Bronfman als Mithelferin Ranieres zu 81 Monaten Haft verurteilt worden.

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