"Charlie Hebdo" zeigt Erdogan-Karikatur als Titelbild - Kritik aus Türkei

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Der Streit zwischen der Türkei und Frankreich spitzt sich weiter zu. "Charlie Hebdo" hatte Anfang September umstrittene Mohammed-Karikaturen wieder veröffentlicht und damit in Teilen der muslimischen Welt für Protest gesorgt.

Die Karikatur auf der Titelseite der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" war am Dienstagabend bereits online veröffentlicht worden.

Das Satireblatt facht mit seiner neuen Ausgabe den seit der vergangenen Woche schwelenden Streit zwischen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Erdogan weiter an.

Die Zeichnung hat den Titel: "Erdogan: Unter vier Augen ist er sehr lustig" und zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in T-Shirt und Unterhose, wie er eine Dose Bier trinkt. Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun warf dem Magazin am späten Dienstagabend "kulturellen Rassismus" vor. Dabei hebt Erdogan den Rock einer verschleierten Frau hoch, um ihr nacktes Hinterteil zu enthüllen.

Die sogenannten Karikaturen sind abscheulich und lassen jeden Sinn für menschlichen Anstand vermissen. Altun nutzte den Vorgang zu einer Generalabrechnung mit Frankreich: "Die anti-muslimische Agenda des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trägt Früchte!", schrieb der Kommunikationschef. "Ohh! Der Prophet!", heißt es dazu in einer Sprechblase. Auslöser der Spannungen waren Äußerungen Macrons zu Meinungsfreiheit und zum Islam nach dem Tod des Lehrers Samuel Paty, der mutmaßlich von einem Islamisten enthauptet wurde. Der französische Staatschef hatte mehrfach die Meinungsfreiheit und das Veröffentlichen von Karikaturen verteidigt - zuletzt bei der Gedenkfeier für Paty. Vor allem streng gläubige Muslime lehnen eine bildliche Darstellung des Propheten ab und empfinden sie als beleidigend, explizit verboten ist sie im Koran aber nicht.

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