Ausschreitungen in Italien bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen | BR24

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Zunächst friedliche, später teils gewaltsame Proteste wurden aus Mailand, Turin, Treviso, Triest und Cremona im Norden des Landes, aus Pescara und Viareggio in Mittelitalien, aus Neapel, Lecce und Catania im Süden gemeldet.

Nachdem in Italien die Maßnahmen erneut verschärft wurden, kam es in mehreren Großstädten zu Demonstrationen. In einer Note an alle Präfekturen des Landes rief das Innenministerium am Wochenende die örtlichen Behörden zu erhöhter Wachsamkeit auf vor Unterwanderungsversuchen der legitimen Bürgerproteste durch Rechts- und Linksextremisten sowie durch Mafia-Clans. Gewalt werde die Regierung nicht erdulden, hieß es.

Premier Giuseppe Conte hatte bei einer Pressekonferenz am Sonntag weitere restriktive Maßnahmen vorgestellt, die am Montag in Kraft getreten sind. Für Restaurants und Bars gilt seit Montag eine Sperrstunde ab 18 Uhr. Maximal vier Personen dürfen an einem Tisch in einem Lokal sitzen. Take-Away Dienste sind weiterhin vorgesehen. Kinos, Theater, Spielhallen, Clubs, öffentliche Sportstätten und Schwimmbäder werden ganz dichtgemacht. Die Schließung sei absolut notwendig, um die Epidemiekurve unter Kontrolle zu bringen und sei lediglich eine temporäre Maßnahme. Sie will damit vor allem der Gastronomie, der Kultur, der Freizeitindustrie, sowie dem Sportbereich unter die Arme greifen. Diese Maßnahmen sollen bei einer Ministerratssitzung am Dienstag beschlossen werden.

In Turin wurden 15 Personen festgenommen, die Schaufenster eingeschlagen und im Stadtzentrum Geschäfte geplündert hatten. Vermummte bewarfen die Polizei mit Knallkörpern und anderen Gegenständen, die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas.

Bei den Protesten ist es in einigen italienischen Städten dann doch zu Ausschreitungen gekommen.

In Mailand wurde der Sitz der Region Lombardei mit Steinen, Flaschen und Knallkörpern beworfen. Zwei Polizeibeamte und ein Fotograf wurden verletzt.

Tausende Lokal-, Shopinhaber und Kleinunternehmer beteiligten sich am Montagabend im Stadtzentrum von Triest an einer Demonstration gegen die Anti-Covid-Maßnahmen der italienischen Regierung.

Zu besonders heftigen Krawallen kam es in Mailand und in Turin, wo Randalierer in stundenlangen Straßenschlachten Knall- und Rauchpetarden sowie Molotow-Cocktails in Richtung der Ordnungskräfte warfen. Getroffen wurden dabei einige Polizisten.

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